Goldpreis unter Druck: Steigende Renditen belasten das Edelmetall
Gold fällt auf den tiefsten Stand seit dem 30. März, während steigende US-Anleiherenditen die Opportunitätskosten erhöhen.

Der Goldpreis steht zu Wochenbeginn unter erheblichem Druck. Der Spot-Goldpreis notierte am Montag um 06:08 Uhr GMT bei 4.536,45 US-Dollar pro Unze – nachdem er zuvor den niedrigsten Stand seit dem 30. März markiert hatte. Die US-Gold-Futures für die Juni-Lieferung verloren 0,5 Prozent auf 4.539,90 US-Dollar.
Haupttreiber der Schwäche sind steigende Anleiherenditen. Die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen kletterten am Montag auf den höchsten Stand seit Februar 2025. Gleichzeitig erreichten die Renditen 10-jähriger japanischer Staatsanleihen Niveaus, die zuletzt im Oktober 1996 verzeichnet wurden – ein deutliches Signal für eine globale Neubewertung am Rentenmarkt.
„Der Ausverkauf am langen Ende der US-Staatsanleihen deutet darauf hin, dass die längerfristigen Zinssätze potenziell steigen könnten, was indirekt auch höhere Opportunitätskosten für das Halten von Gold schafft", erklärte Kelvin Wong, Senior Market Analyst bei OANDA. Da Gold keine Zinsen abwirft, verliert das Edelmetall in einem Umfeld steigender Renditen gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität – ein klassisches Muster an den Finanzmärkten.
Fed-Zinserhöhung rückt in den Fokus
Die Märkte preisen zunehmend eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve noch vor Jahresende ein. Das FedWatch-Tool der CME Group beziffert die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt bis Dezember auf 50 Prozent. Diese Erwartungshaltung setzt Gold zusätzlich unter Druck, da höhere Leitzinsen die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls weiter schmälern würden.
J. P. Morgan hat vor diesem Hintergrund seine Preisprognose für Gold im Jahr 2026 deutlich gesenkt. Die Bank reduzierte ihre Schätzung für den durchschnittlichen Goldpreis 2026 von 5.708 US-Dollar auf 5.243 US-Dollar pro Unze und begründete dies mit einer schwächeren kurzfristigen Nachfrage nach dem Edelmetall. Damit revidiert eines der einflussreichsten Finanzinstitute der Welt seinen zuvor sehr bullischen Ausblick spürbar nach unten.
In ihrer Analyse beschreibt J. P. Morgan die aktuelle Lage treffend: „Gold steckt in einer Art technischem Niemandsland fest; es bewegt sich mühsam oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von rund 4.340 US-Dollar pro Unze und wird vorerst unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts bei 4.730 US-Dollar pro Unze gedeckelt." Zudem rücken die Erwartungen bezüglich Fed-Zinserhöhungen Gold für die meisten Anleger derzeit in den Hintergrund, so die Bank weiter.
Geopolitische Lage stützt Ölpreise
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Zur AktienanalyseWährend Gold schwächelt, profitieren die Ölpreise von geopolitischen Spannungen. Sie erreichten ein Zwei-Wochen-Hoch, nachdem ein Drohnenangriff ein Feuer in einem Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten verursacht hatte. Die dortigen Behörden bestätigten den Vorfall am Sonntag.
Auch die übrigen Edelmetalle gerieten unter Verkaufsdruck. Der Silber-Spotpreis fiel um 1,3 Prozent auf 74,98 US-Dollar pro Unze. Platin verlor 0,5 Prozent auf 1.963,88 US-Dollar, während Palladium um 1,2 Prozent auf 1.396,14 US-Dollar sank. Der breite Abverkauf im Edelmetallsektor unterstreicht, dass das aktuelle Marktumfeld mit steigenden Renditen und einer restriktiveren Fed-Erwartung die gesamte Anlageklasse belastet.

