Goldpreis unter Druck: Wochengewinn trotz Fed-Sorgen und Nahost-Eskalation
Gold gibt am Freitag leicht nach, verbucht aber erstmals seit drei Wochen ein Wochenplus von 0,8 Prozent.

Der Goldpreis steht am Freitag unter moderatem Verkaufsdruck, bleibt aber auf Kurs für den ersten Wochenzuwachs seit drei Wochen. Um 06:14 Uhr GMT fiel XAU/USD um 0,5 Prozent auf 4.030,55 US-Dollar je Unze, während Gold-Futures um 0,4 Prozent auf 4.032,75 Dollar nachgaben. Silber (XAG/USD) verlor 0,4 Prozent auf 57,42 Dollar, Platin (XPT/USD) gab 0,7 Prozent auf 1.585,43 Dollar nach.
Trotz eines Rückgangs von fast 2 Prozent in der vorangegangenen Handelssitzung konnte Gold im Wochenverlauf ein Plus von 0,8 Prozent behaupten. Damit beendet das Edelmetall eine zweiwöchige Verlustserie – ein Signal, das Anleger aufmerksam verfolgen.
Nahost-Eskalation stützt sicheren Hafen Gold
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten liefern dem Goldpreis weiterhin Unterstützung. Huthi-Rebellen aus dem Jemen, die mit dem Iran verbündet sind, griffen zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer an. US-Präsident Donald Trump reagierte mit einer scharfen Warnung: Washington werde den Iran für künftige Huthi-Angriffe auf die Handelsschifffahrt verantwortlich machen und drohte mit weiteren militärischen Maßnahmen gegen Teheran.
Die Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation schwanden zusätzlich, nachdem die New York Times berichtete, dass der Iran einen von den USA unterstützten Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt habe. Diplomatische Bemühungen dauern zwar an, doch die geopolitische Lage bleibt angespannt. Die Eskalation stützte auch die Ölpreise.
Starke US-Arbeitsmarktdaten belasten das Edelmetall
Gegenwind kommt vom US-Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen überraschend auf 187.000 – den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Diese starken Daten trieben die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit dem 10. Januar 2025 und verstärkten die Sorge, dass die Federal Reserve an ihrem restriktiven Zinskurs festhalten könnte.
Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 34 Prozent für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf der kommenden Fed-Sitzung ein. Höhere Anleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar – der Index hielt sich nahe der Marke von 101,45 – belasten Gold als unverzinstes Edelmetall besonders stark.
Die Analysten von Nomura erwarten jedoch, dass die Fed die Zinssätze unverändert lassen wird. Fed-Chef Kevin Warsh werde voraussichtlich keine aussagekräftige Forward Guidance geben, da für die Juli-Sitzung weder aktualisierte Wirtschaftsprognosen noch ein sogenannter „Dot Plot" vorliegen.
Technisches Bild bleibt vorsichtig bullish
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Zur AktienanalyseTony Sycamore, Senior Market Analyst bei IG, ordnet den jüngsten Rückgang als Reaktion auf den kombinierten Druck durch höhere Anleiherenditen, einen festeren Dollar und eine schwächere Risikostimmung ein. Dennoch sieht er den breiteren technischen Ausblick für Gold als intakt an.
Das Edelmetall zeige weiterhin Anzeichen einer Bodenbildung oberhalb des Tiefs von Ende Juni bei 3.942 Dollar. Ein nachhaltiger Anstieg über das Hoch von Anfang Juli bei 4.202 Dollar würde das bullishe Szenario stärken und den Weg für eine Erholung in Richtung des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts bei rund 4.495 Dollar ebnen.
IG bleibe vorsichtig bullish, solange die Preise über dem Unterstützungsniveau von Ende Juni verharren, so Sycamore. Die kurzfristige Richtung dürfte jedoch maßgeblich von der Fed-Entscheidung in der kommenden Woche sowie den weiteren Entwicklungen im Nahen Osten abhängen – zwei Faktoren, die Anleger genau im Blick behalten sollten.


