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Golf-Airlines schwächeln: Warum Lufthansa jetzt profitieren könnte

Europas Airline-Chefs trafen sich in Brüssel – und die Schwäche der Golf-Carrier eröffnet neue Chancen.

Golf-Airlines schwächeln: Warum Lufthansa jetzt profitieren könnte

Beim Jahrestreffen des europäischen Airline-Lobbyverbands A4E in Brüssel präsentierten sich die Chefs der fünf größten europäischen Fluglinien gewohnt kämpferisch. Ryanair-CEO Michael O'Leary wetterte gegen die EU-Politik, IAG-Chef Luis Gallego kritisierte zu hohe Flugsteuern, und Easyjet-Lenker Kenton Jarvis forderte härteres Durchgreifen gegen streikende Fluglotsen. Air-France-KLM-Boss Ben Smith beklagte staatliche Regulierungen, die er als schlicht unerfüllbar bezeichnete.

Die Klagen klingen vertraut – doch dahinter verbirgt sich eine strategisch bedeutsame Verschiebung im globalen Luftverkehr. Die Golf-Airlines, allen voran Emirates, Etihad und Qatar Airways, geraten zunehmend unter Druck. Steigende Betriebskosten, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und eine schwächelnde Nachfrage auf bestimmten Langstrecken belasten die Bilanzen der einstigen Wachstumstreiber.

Europäische Carrier wittern Morgenluft

Für Lufthansa, IAG und Air-France-KLM könnte die Schwäche der Golf-Carrier ein strategisches Fenster öffnen. Auf lukrativen Interkontinentalrouten zwischen Europa, Asien und Afrika hatten die staatlich subventionierten Fluglinien aus dem Nahen Osten europäische Anbieter jahrelang unter Druck gesetzt. Nun könnten Marktanteile zurückgewonnen werden.

Privatanleger, die Lufthansa-Aktien im Depot halten, sollten diese Entwicklung aufmerksam verfolgen. Die Lufthansa Group – zu der auch Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines gehören – hat zuletzt massiv in ihre Langstreckenflotte investiert. Sollte der Wettbewerbsdruck aus dem Golf-Raum tatsächlich nachlassen, könnte sich das positiv auf Auslastung und Ticketpreise auswirken.

Gleichzeitig bleibt der strukturelle Gegenwind für europäische Airlines erheblich. Hohe Energiekosten, teure CO2-Zertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandels und Personalengpässe belasten die Margen. Die Forderungen der Airline-Chefs in Brüssel zeigen: Ohne politische Entlastung bleibt der Wettbewerb mit staatlich gestützten Konkurrenten aus dem Ausland ungleich.

Anleger sollten die Margenentwicklung im Blick behalten

Für Investoren bleibt die Airline-Branche ein zyklisches und kapitalintensives Geschäft. Entscheidend wird sein, wie schnell europäische Carrier die potenziellen Marktchancen in konkrete Ergebnisverbesserungen ummünzen können. Die kommenden Quartalszahlen der Lufthansa Group und von IAG dürften erste Hinweise liefern, ob die strategische Neuausrichtung Früchte trägt.

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