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Golf-Unternehmen zeigen ungleiche Folgen des Iran-Krieges

Ab dieser Woche legen Golfstaaten-Unternehmen Q2-Ergebnisse vor – mit deutlich unterschiedlichen Auswirkungen je nach Sektor und geografischer Lage.

Golf-Unternehmen zeigen ungleiche Folgen des Iran-Krieges

Unternehmen am Persischen Golf beginnen ab dieser Woche mit der Vorlage ihrer Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 – und dürften damit einen der bisher klarsten Einblicke in die finanziellen Folgen des Iran-Krieges liefern. Von Saudi-Arabien und Oman bis hin zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar fallen die Ergebnisse laut Analysten gemischt aus. Banken und Immobilienwerte sind am stärksten betroffen, während Telekommunikationsunternehmen vergleichsweise gut durch den Konflikt kamen.

„Das zweite Quartal wird die tatsächlichen Auswirkungen des Krieges offenbaren", sagte Tariq Qaqish, stellvertretender CEO der Beratungsfirma FH Capital. Er verwies darauf, dass das erste Quartal – das nur teilweise vom Ende Februar begonnenen Konflikt betroffen war – lediglich erste Auswirkungen auf Sektoren wie Tourismus und Luftfahrt gezeigt habe. Das zweite Quartal hingegen spiegelt nun einen vollständigen Konfliktzeitraum wider.

Geografische Lage entscheidet über Gewinner und Verlierer

Das Schicksal der regionalen Volkswirtschaften hängt maßgeblich davon ab, wie stark sie auf die Straße von Hormus angewiesen sind – den einzigen Seezugang zum Persischen Golf. Saudi-Arabien, das zusätzlich über Ölterminals am Roten Meer verfügt, profitiert von dieser geografischen Flexibilität. Die Wirtschaft des Königreichs soll laut HSBC-Prognosen in diesem Jahr um 2,1 % wachsen. Auch der Aktienindex Omans, das außerhalb der Meerenge liegt, erzielte eine Outperformance.

Die VAE, Katar und Kuwait hingegen sind auf den Schifffahrtskanal angewiesen und stehen vor einer wirtschaftlichen Kontraktion. Da ein Friedensabkommen durch erneute Angriffe bedroht ist, dürfte ein Teil der regionalen Risikoprämie bestehen bleiben, erklärte Salman Ahmed, Global Head of Macro and Strategic Asset Allocation bei Fidelity International. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, ein Interimsabkommen zur Beendigung des Krieges sei hinfällig, nachdem der Iran neue Angriffe auf US-Stützpunkte am Golf durchgeführt hatte.

Energie und Telekommunikation zeigen sich widerstandsfähig

Im Öl- und Gassektor werden trotz Lieferunterbrechungen starke Gewinne erwartet. Hohe Energiepreise gleichen die durch Schäden und Unterbrechungen verlorenen Volumina teilweise aus. HSBC hob seine Brent-Prognose für 2026 auf 95 US-Dollar pro Barrel an und schätzt die Durchschnittspreise für das zweite Quartal auf 114 US-Dollar. Während Saudi-Arabien seine Exporte über das Rote Meer aufrechterhalten konnte, litt der Gassektor der VAE: ADNOC Gas prognostiziert einen Rückgang der inländischen Gasverkäufe um rund 19 % gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch einen Vorfall in einer seiner Anlagen.

Telekommunikationsunternehmen erwiesen sich dank langfristiger Verträge und relativ unflexibler Nachfrage als besonders robust. Die regionalen Betreiber STC und Mobily aus Saudi-Arabien sowie e& aus den VAE zählen laut Analysten zu den widerstandsfähigsten Unternehmen der Region. Im Konsumgüterbereich stiegen die Aktien des Dubaier Essenslieferanten Talabat in den vergangenen drei Monaten um mehr als 60 %. Das Flugaufkommen der Golf-Airlines ist unterdessen fast wieder auf Normalniveau zurückgekehrt.

Banken und Immobilien unter Druck

Für Banken in der gesamten Golfregion wird im zweiten Quartal ein Gewinnrückgang im einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorquartal erwartet. Elena Sanchez-Cabezudo, Leiterin des Bereichs Financials Equity Research bei EFG Hermes, begründete dies mit geringeren Provisionserträgen durch schwächere Handelsfinanzierung und niedrigere Kreditkartenausgaben für internationale Reisen. Die Kreditinstitute blieben dank reichlicher Liquidität im Sektor dennoch widerstandsfähig, so Sanchez-Cabezudo. S&P Global Ratings bestätigte, dass die regionalen Banken über „stabile Refinanzierungsprofile" verfügten, die kriegsbedingte Unsicherheit werde jedoch ihr Wachstum bremsen.

Die Immobilienmärkte der VAE zeigen nach einem jahrelangen Boom deutliche Belastungszeichen. Analysten verweisen auf Risiken für den Zuzug von Expatriates und die tourismusbezogene Nachfrage, falls die Spannungen anhalten. Citi erklärte, die Wohnungsverkäufe in Dubai lagen im zweiten Quartal „deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt", mit einem ähnlichen, wenn auch weniger ausgeprägten Rückgang in Abu Dhabi. Einige Bauträger – darunter große Namen wie Emaar Properties und Aldar Properties – ergreifen Maßnahmen zur Liquiditätssicherung, etwa durch Kürzung oder Verschiebung von Dividendenzahlungen.

Dennoch gibt es auch optimistischere Stimmen: Francesc Balcells, CIO für Schwellenländeranleihen bei FIM Partners, betonte, dass die regionalen Credit Spreads „so gut wie wieder normal" seien. „Es ist lediglich eine Frage der Bilanzen; diese Unternehmen haben sehr starke Bilanzen", sagte er. „Sie können solche großen Schocks also verkraften."

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