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Google droht Aufspaltung im Werbegeschäft

US-Gericht sieht illegale Monopole – weitere Verfahren und EU-Druck belasten den Konzern

 Google droht Aufspaltung im Werbegeschäft

Ein US-Gericht hat in einem Kartellverfahren festgestellt, dass Google in zwei Bereichen der Online-Werbung ein illegales Monopol innehat. Laut Bundesrichterin Leonie Brinkema betrifft dies die Märkte für Anzeigenserver von Verlagen sowie für Werbebörsen, die als Vermittlungsstellen zwischen Käufern und Verkäufern agieren. Die Richterin urteilte, dass der Konzern in diesen Segmenten widerrechtlich seine Marktmacht ausgebaut habe. Nicht belegt werden konnte hingegen ein Monopol bei Netzwerken für Werbetreibende.

Die US-Staatsanwaltschaft wirft Google vor, klassische Praktiken zur Bildung eines Monopols angewendet zu haben. Demnach habe das Unternehmen Konkurrenten durch Übernahmen ausgeschaltet, Kunden langfristig an die eigenen Dienste gebunden und kontrolliert, wie Transaktionen auf dem Online-Werbemarkt abgewickelt werden. Diese Praktiken könnten nun dazu führen, dass das Justizministerium den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche erzwingen will. Konkret geht es dabei um den Google Ad Manager, der beide vom Urteil betroffenen Marktbereiche umfasst.

Die Entscheidung aus dem Gerichtssaal hatte Auswirkungen auf den Aktienkurs der Google-Mutter Alphabet. An der US-Technologiebörse Nasdaq verlor die Aktie zeitweise 2,4 Prozent an Wert. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und betonte, der Fall beziehe sich auf frühere Geschäftspraktiken. Man habe daran gearbeitet, die eigenen Werbetools mit denen der Konkurrenz kompatibel zu machen. Zudem würden andere große Wettbewerber wie Amazon und Comcast von den Behörden nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, Google habe die Hälfte des Verfahrens für sich entschieden und werde gegen den restlichen Teil Berufung einlegen.

Der Technologiekonzern sieht sich derzeit mit weiteren kartellrechtlichen Verfahren konfrontiert. Ein anderes US-Gericht in Washington wird in der kommenden Woche über einen Antrag des Justizministeriums verhandeln, in dem die Abspaltung des Internet-Browsers Chrome und weitere Maßnahmen gefordert werden, um die Marktdominanz von Google in der Online-Suche einzudämmen.

Bereits zuvor hatte Google laut Berichten auf den regulatorischen Druck in der Europäischen Union reagiert. Demnach bot das Unternehmen nach Angaben von Insidern den Verkauf seiner Handelsplattform für Online-Werbung an. Auch die EU wirft Google vor, das eigene Werbegeschäft gegenüber anderen Marktteilnehmern zu bevorzugen. Dieses Geschäft gilt als zentrale Einnahmequelle des Konzerns.

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