Google unter Druck
EU prüft Benachteiligung von Medien in der Suche

Die EU-Kommission hat ein Verfahren nach dem Digital Markets Act gegen den Alphabet-Konzern eröffnet. Die Behörde untersucht den Verdacht, dass die Google-Suche Nachrichtenseiten benachteilige, wenn diese Werbeanzeigen einsetzen. Der DMA sieht vor, dass Medienangebote fair behandelt werden und Suchtreffer nicht durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst werden dürfen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Google Inhalte von Medienhäusern herabstuft, sobald diese auf Werbefinanzierung setzen. Für viele Redaktionen ist die Suchmaschine ein zentraler Zugangskanal zu ihren Lesern. Sinkende Sichtbarkeit könnte direkte Auswirkungen auf Reichweite und Werbeeinnahmen haben.
Verschärft wurde die Lage zuletzt durch den verstärkten Einsatz von KI-generierten Zusammenfassungen in der Google-Suche. Medienunternehmen in Europa und den USA registrierten bereits einen spürbaren Rückgang bei Zugriffen. Der Konzern baut seine Suchfunktionen zügig um und setzt immer stärker auf KI-basierte Antworten, die klassische Trefferlisten zurückdrängen. Für die Branche bedeutet das eine strukturelle Veränderung.
Die EU-Kommission erklärte, man wolle sicherstellen, dass Medienunternehmen in einer ohnehin herausfordernden Phase keine entscheidenden Erlöse verlieren. Alphabet könnte im schlimmsten Fall eine Strafe drohen, die sich auf bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes beläuft. Das Unternehmen war bereits Anfang September mit einer Kartellstrafe in Milliardenhöhe belegt worden.
Alphabet weist die Vorwürfe zurück. Der Manager Pandu Nayak argumentierte, Google gehe gegen minderwertige Inhalte vor, die über sogenannte Parasitenmodelle verbreitet würden. Drittanbieter platzieren dabei bezahlte Beiträge auf reichweitenstarken Seiten, um Sichtbarkeit abzugreifen. Laut Nayak führe das zu irreführenden Ergebnissen für Nutzer. Google betont, dass sich Maßnahmen nicht gegen etablierte Medien richteten, sondern gegen Praktiken, die journalistische Glaubwürdigkeit untergraben.
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Zur AktienanalyseDie politische Dimension spielt ebenfalls eine Rolle. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte EU-Strafen gegen amerikanische Tech-Konzerne kritisiert und im Handelsstreit wiederholt mit neuen Zöllen gedroht. Kritiker werfen der EU vor, ihre Verfahren aus Sorge vor Reaktionen Washingtons nur zögerlich durchzusetzen.
Zudem laufen bereits weitere Verfahren gegen große Plattformen. Unter dem DMA wurden im Frühjahr erstmals Sanktionen gegen Apple und Meta verhängt, gegen die beide Unternehmen juristisch vorgehen. Parallel hat die EU-Kommission das Konzept „Demokratie-Schutzschild“ vorgestellt, das den Zugang zu verlässlichen Informationen stärken soll und eine neue Koordinierungsstelle vorsieht.

