Greggs, National Grid und TUI im Börsen-Fokus nächste Woche
Drei große Unternehmen veröffentlichen nächste Woche wichtige Ergebnisse – mit unterschiedlichen Herausforderungen und Erwartungen.

Die kommende Börsenwoche bringt wichtige Zwischenberichte und Handelsstatements von mehreren bedeutenden Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei der britische Bäckereiriese Greggs, der Energieinfrastrukturkonzern National Grid sowie der Reiseveranstalter TUI. Alle drei Unternehmen sehen sich mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert, die Anleger genau im Blick behalten sollten.
Kostendruck bei Greggs dürfte zunehmen
Greggs setzt seinen Expansionskurs fort und plant in diesem Jahr 120 Netto-Neueröffnungen von Filialen, um die Erreichbarkeit für Kunden zu verbessern. Zudem bleiben die Filialen länger geöffnet, um mehr Abendkunden anzuziehen – dieses Tageszeitsegment war zuletzt das am schnellsten wachsende der Gruppe. In den ersten neun Wochen des Jahres stieg der Umsatz um 6,3 Prozent.
Das wirtschaftliche Umfeld in Großbritannien war jedoch bereits zu Beginn des Jahres schwierig. Der anhaltende Nahostkonflikt hat die Lage weiter verschärft und dürfte dazu geführt haben, dass Verbraucher ihre Ausgaben einschränken. Besonders gespannt sind Beobachter darauf, wie stark der jüngste Anstieg der Energiepreise die Kosten der Gruppe belasten wird.
Die aktuelle Prognose für das Gesamtjahr deutet auf Gewinne auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr hin. Angesichts der gewachsenen Herausforderungen der letzten Monate wäre jedoch ein vorsichtigerer Ausblick beim Zwischenbericht nächste Woche keine Überraschung.
National Grid treibt Investitionen von mindestens 70 Milliarden Pfund voran
National Grid positioniert sich als zentraler Akteur der Energiewende. Der Konzern hat aktualisierte Pläne bekanntgegeben, in den fünf Jahren bis 2031 mindestens 70 Milliarden Britische Pfund in den Ausbau seiner Infrastruktur zu investieren – das entspricht einer Steigerung von 70 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Fünfjahreszeitraum.
Hintergrund dieser massiven Investitionsoffensive ist die Unterstützung der Elektrifizierung industrieller Nachfrage sowie das erwartete beschleunigte Nachfragewachstum durch Rechenzentren im Zuge des KI-Booms. Da die Umsätze von National Grid an den Wert ihrer Anlagenbasis gekoppelt sind, soll dieser Investitionsschub ein jährliches Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich über diesen Zeitraum unterstützen.
Für die Ergebnisse der nächsten Woche prognostizieren Analysten einen weitgehend stabilen Umsatz von 18,3 Milliarden Britischen Pfund. Das Betriebsergebnis soll hingegen mit einer schnelleren Rate von fast 8 Prozent auf 5,8 Milliarden Britische Pfund wachsen, unterstützt durch Verbesserungen im britischen Übertragungsgeschäft. Die Performance im Gesamtjahr lag laut Management im Rahmen der Erwartungen.
Nahostkonflikt belastet den Ausblick für TUI-Reisen
TUI präsentiert nächste Woche seine Ergebnisse für das zweite Quartal – nach einer schwierigen Handelsperiode für die gesamte Reisebranche. Der Nahostkonflikt hat die Nachfrage nach Urlauben in vielen beliebten Zielgebieten einbrechen lassen. Die Gesamtbuchungen für die wichtige Sommersaison liegen 7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
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Zur AktienanalyseAls direkte Folge hat TUI im vergangenen Monat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr ausgesetzt. Auch die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis wurde deutlich gesenkt: Statt des ursprünglich erwarteten Wachstums von 7 bis 10 Prozent wird nun ein Rückgang von bis zu 22 Prozent erwartet.
Das wichtige Kreuzfahrtsegment hatte sich in den ersten Monaten des Jahres dank starker Kundennachfrage noch gut entwickelt. Nach Ausbruch des Konflikts saßen jedoch einige Schiffe bis Mitte April in Häfen im Nahen Osten fest. Anleger erwarten nun ein Update dazu, wann diese Schiffe wieder voll einsatzfähig sein werden und wie sich die Nachfrage nach Kreuzfahrten in anderen Regionen entwickelt.
Die kommende Börsenwoche dürfte damit wichtige Signale für die weitere Entwicklung dieser drei Unternehmen liefern – und zeigt einmal mehr, wie stark geopolitische Ereignisse und makroökonomische Faktoren die Unternehmensaussichten beeinflussen können.


