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Großbritannien plant 360 Jugendzentren gegen steigende Jugendarbeitslosigkeit

Mit einem Budget von 2,5 Milliarden Pfund will die britische Regierung Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen – auch in North Warwickshire entsteht ein neues Zentrum.

Großbritannien plant 360 Jugendzentren gegen steigende Jugendarbeitslosigkeit

Die britische Regierung plant die Eröffnung von insgesamt 360 sogenannten Youth Hubs im ganzen Land, um Jugendarbeitslosigkeit gezielt zu bekämpfen. Das Programm ist mit einem Gesamtbudget von 2,5 Milliarden Britischen Pfund ausgestattet und wird von der Regierung als „einmalige Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit" bezeichnet. Eines dieser Zentren soll im Jahr 2027 in der Region North Warwickshire und Rugby entstehen.

Das Ministerium für Arbeit und Pensionen (DWP) erklärte, Ziel sei es, Bildung, Ausbildung, Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit und Berufsberatung unter einem Dach zu vereinen. Die Angebote sollen für 16- bis 24-Jährige zugänglich sein. Für die Regionen Stratford-upon-Avon und Warwick ist die Eröffnung eines Zentrums im dritten Projektjahr vorgesehen.

Atherstone als bevorzugter Standort

Ein konkreter Standort für das Zentrum in North Warwickshire steht noch nicht fest. Die Labour-Abgeordnete Rachel Taylor setzt sich jedoch aktiv dafür ein, das Zentrum in Atherstone anzusiedeln. In einem Schreiben an den Ratsvorsitzenden des Bezirks begründete sie dies damit, dass der Wahlbezirk Atherstone Central die „höchste Anzahl an 18- bis 24-Jährigen aufweist, die Arbeitslosengeld oder Universal Credit beziehen, während sie Arbeit suchen". Zudem sei die Stadt zentral gelegen und der am besten erreichbare Teil des Bezirks.

Taylor betonte auch die Notwendigkeit, junge Menschen stärker in Handwerk und technische Berufe zu lenken. „Wir alle wissen, dass Schüler in der Schule dazu gedrängt werden, potenziell an die Universität zu gehen, aber es wird nicht genug in Handwerk und technische Berufe investiert. Wir müssen unseren jungen Menschen helfen, in diese Bereiche einzusteigen", sagte die Abgeordnete. Neben den Jugendzentren sollen auch Zuschüsse von bis zu 5.000 Britischen Pfund für lokale Unternehmen bereitgestellt werden, die 18- bis 24-Jährige einstellen.

Dramatischer Rückgang der Jugendausgaben seit 2010

Der Hintergrund des Programms ist alarmierend: Laut Daten lokaler Behörden in England, die vom Ministerium für Medien, Kultur und Sport zusammengestellt wurden, sind die kommunalen Ausgaben für Jugenddienste seit 2010 um 73 Prozent gesunken. Dieser massive Einschnitt hat in vielen Regionen eine spürbare Lücke im Angebot für junge Menschen hinterlassen.

Vor Ort gibt es bereits Organisationen, die diese Lücke zu füllen versuchen. Aspire in Arts, eine Organisation mit Sitz in und um Nuneaton, arbeitet wöchentlich mit mehr als 250 jungen Menschen in sieben Jugendclubs von Montag bis Freitag zusammen. Die Gruppe bietet zudem tagsüber alternative Angebote und Interventionen an.

Lokale Organisationen begrüßen die Initiative

Amina Bhagatte-Mamoojee, Mitbegründerin und CEO von Aspire in Arts, begrüßte die geplanten Jugendzentren ausdrücklich. „Ich denke, es sollte mehr für junge Menschen in der Gemeinde geben", sagte sie. Sie erklärte, dass einer der Gründe für die Gründung von Aspire in Arts der Bedarf an Jugendangeboten in der Region gewesen sei: „Da wir in Nuneaton leben, wollten wir unserer lokalen Gemeinschaft etwas zurückgeben."

Das britische Programm zeigt, wie ernst die Regierung das Thema Jugendarbeitslosigkeit nimmt. Für deutsche Beobachter ist das Modell interessant: Es verbindet Berufsberatung, psychische Gesundheitsversorgung und Ausbildungsförderung unter einem Dach – ein ganzheitlicher Ansatz, der über klassische Jobcenter-Angebote deutlich hinausgeht.

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