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Großbritannien plant Finanzhilfen für Landwirte in der Dürrekrise

Nach dem trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen prüft die britische Regierung unter Andy Burnham ein finanzielles Unterstützungspaket für betroffene Landwirte.

14. August 2026 3 Min
Großbritannien plant Finanzhilfen für Landwirte in der Dürrekrise

Die britische Regierung arbeitet an einem finanziellen Hilfspaket für Landwirte, die unter der anhaltenden Dürre leiden. Drei Regierungsvertreter bestätigten gegenüber der Financial Times, dass ein entsprechendes Unterstützungspaket geprüft werde. Zwei von ihnen gaben an, dass die Maßnahmen voraussichtlich am Samstag bekannt gegeben werden.

Großbritannien erlebt derzeit seine fünfte Hitzewelle des Jahres. Nach dem trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen wurde für mehr als zwei Drittel Englands der Dürrezustand ausgerufen. Premierminister Andy Burnham berief am Mittwoch eine Sitzung des Notfallausschusses Cobra ein, um die Reaktion auf extreme Hitze, Waldbrände und Dürre zu koordinieren. Im Anschluss warnte er, dass die extreme Hitze noch „einige Wochen" anhalten werde und vorhergesagte geringe Regenmengen die „Situation nicht grundlegend ändern" dürften.

Landwirtschaft unter extremem Druck

Die Auswirkungen auf den Agrarsektor sind gravierend. Die Dürre führte zur frühesten Ernte seit Beginn der Aufzeichnungen und zwang Landwirte dazu, ihre Felder nachts zu dreschen, um den extremen Temperaturen zu entgehen. Laut dem landwirtschaftlichen Beratungsunternehmen Andersons werden die Weizenerträge dieser Saison voraussichtlich unter den Fünfjahresdurchschnitt fallen.

Besonders die Milchwirtschaft leidet unter den Folgen der Trockenheit. Verbrannte Weiden haben viele Landwirte gezwungen, ihre Winterfuttervorräte vorzeitig anzugreifen, was einen Versorgungsengpass im weiteren Jahresverlauf befürchten lässt. In der letzten Juliwoche sanken die Milchlieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent, da das heiße Wetter bei den Kühen Hitzestress verursachte und die Tiere die Nahrungsaufnahme verweigerten – so das UK Agriculture and Horticulture Development Board.

Forderungen der Bauernverbände

Die National Farmers' Union (NFU) hat eine Reihe von Forderungen an die Regierung gestellt. Dazu gehört die Einführung flexibler Lizenzen für die Wasserentnahme, damit Landwirte bei Engpässen nicht an Obergrenzen gebunden sind. Langfristig fordert die NFU außerdem ein gestrafftes Planungssystem, um den Bau von Wasserspeichern schneller und einfacher zu gestalten, sowie staatliche Zuschüsse für Investitionen in betriebseigene Reservoirs.

Gavin Lane, Präsident der Country Land and Business Association, betonte die Dringlichkeit der Lage: Landwirte seien zwar „widerstandsfähige Menschen", aber „wenn die Regierung nicht jetzt handelt, könnten sie sich von dieser Ernte nicht mehr erholen", nachdem es bereits drei Dürren in fünf Jahren gegeben habe. Lane forderte zudem „eine kohärente nationale Strategie zur Klimaanpassung, anstatt über die Nutzung von Grills zu streiten" – eine Anspielung auf Burnhams Aufforderung an den Einzelhandel, den Verkauf von Einweggrills einzustellen.

Politischer Druck auf Burnham

Das geplante Hilfspaket hat auch eine politische Dimension. Burnham, der fast zehn Jahre lang Bürgermeister von Greater Manchester war, wird von Kritikern als zu stark auf städtische Interessen ausgerichtet wahrgenommen. Jeremy Moody, Sekretär und Berater der Central Association of Agricultural Valuers, bezeichnete Burnhams Perspektive im Podcast „Farmers Weekly" als eine „Großstadt- und Großinvestoren-Vision" und kritisierte: „Im Manchester-Stil gibt es keine Anzeichen für Erkenntnisse über ländliche Gebiete, das ländliche Leben oder die ländliche Wirtschaft."

Dies ist politisch brisant, da mehr als 80 der bei der letzten Wahl von Labour gewonnenen Sitze eine bedeutende ländliche Bevölkerung aufweisen. Burnham hat versprochen, „Wachstum in jeder Postleitzahl" Großbritanniens zu ermöglichen und unternahm in diesem Monat eine Reise durch das Vereinigte Königreich, um auch ländliche Gemeinden zu besuchen.

Das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten erklärte: „Wir wissen, wie hart dieser Sommer für unsere Landwirte war. Diese Regierung hat ihre Reaktion auf die Dürre verstärkt und ist bereit, Maßnahmen zu ergreifen. Wir prüfen aktiv Möglichkeiten, den Agrarsektor stärker zu unterstützen."

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