ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Grover kämpft ums Überleben mit neuem Plan

Restrukturierung, Führungswechsel und Millionenhilfe sollen Berliner Tech-Start-up stabilisieren

 Grover kämpft ums Überleben mit neuem Plan

Das Berliner Start-up Grover, bekannt für die Vermietung von Elektronikgeräten wie Handys, Drohnen und Spielekonsolen, steht vor einer umfassenden finanziellen und strukturellen Neuausrichtung. Ziel ist es, das Unternehmen außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu sanieren. Grundlage dafür ist das Gesetz über den „Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen von Unternehmen“ (StaRUG), das Unternehmen eine außergerichtliche Sanierung ermöglichen soll. In den vergangenen Wochen wurde ein über 1000 Seiten umfassender Restrukturierungsplan erarbeitet, an dem zahlreiche Juristen und Berater beteiligt waren.

Im Rahmen eines Erörterungs- und Abstimmungstermins votierten Grovers Finanzgläubiger nahezu geschlossen für den Plan. Innerhalb der Anteilseignergruppe wurde die erforderliche Mehrheit allerdings nicht erreicht. Da diese Gruppe jedoch überstimmt werden kann, könnte der Restrukturierungsplan dennoch in Kraft treten – vorausgesetzt, das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg stimmt zu. Die Entscheidung darüber steht noch aus.

Grover wurde 2022 mit über einer Milliarde Euro bewertet und stieg damit in den Kreis der sogenannten Einhörner auf. Die Idee von Gründer Michael Cassau, Elektroschrott durch Vermietung von Elektronikprodukten zu vermeiden, überzeugte viele Investoren. In den folgenden Monaten geriet das Unternehmen jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Bereits 1,4 Milliarden Euro wurden bislang in Grover investiert, davon etwa 260 Millionen Euro als Eigenkapital. Dennoch gelang es nicht, Gewinne zu erzielen. Im Jahr 2022 betrug der Umsatz 48 Millionen Euro, bei einem Verlust von 70 Millionen Euro.

Der Restrukturierungsplan sieht unter anderem vor, dass bestimmte Forderungen der Finanzgläubiger nachrangig behandelt werden. Dadurch soll sich die Bilanzstruktur verbessern. Außerdem sollen Rückzahlungsfristen verlängert und neue Finanzmittel in Höhe von rund 30 Millionen Euro eingebracht werden. Investoren und Finanzgläubiger, die neues Kapital bereitstellen, übernehmen im Gegenzug je zur Hälfte das Unternehmen. Die bisherigen Anteilseigner verlieren ihre Kontrolle, sollen aber bei einem späteren Verkauf durch eine virtuelle Beteiligung in Höhe von mehr als sieben Prozent berücksichtigt werden.

Infolge der Entwicklungen kam es auch zu personellen Veränderungen an der Unternehmensspitze. Die bisherigen Geschäftsführer Linda Rubin und Lucian Becher legten im Februar ihre Ämter nieder. Seither leiten Justin Le Fort und Stephen Welch das Unternehmen. Le Fort bringt laut eigenen Angaben umfangreiche Erfahrung in Sanierungs- und Restrukturierungsprozessen mit.

GroverInsolvenz FinanzenTechnologieInvestitionen

Disclaimer