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Grüner Wasserstoff: Deutschlands Weg zum Vorreiter in der EU

Importe und EU-Zusammenarbeit sind Schlüssel, um den Bedarf an grünem Wasserstoff in Deutschland zu decken

Grüner Wasserstoff: Deutschlands Weg zum Vorreiter in der EU

Grüner Wasserstoff gilt als entscheidender Baustein für die Energiewende, und eine neue Studie betont sein enormes Potenzial. Dennoch müssen die EU-Länder enger zusammenarbeiten, und Deutschland hat einige Nachholbedarf.

Vor etwas mehr als einem Jahr, genauer am 30. Juni 2022, herrschte Aufbruchsstimmung bei einem symbolischen Spatenstich auf der Friesenheimer Insel in Mannheim. Das Ziel des dortigen Wasserstoffprojekts war klar: Grüner Wasserstoff für die gesamte Rhein-Neckar-Region. Das Projekt erhielt erhebliche finanzielle Unterstützung vom Bund in Höhe von 100 Millionen Euro.

Heute ist die Abfüll- und Verdichtungsanlage für den zukunftsweisenden Rohstoff fast fertiggestellt und steht kurz vor der Inbetriebnahme. Diese Anlage wird Wasserstoff reinigen und für den Transport in Tankwagen verdichten. Zusätzlich zur Aufbereitung wird Wasserstoff vor Ort hergestellt. Derzeit befinden sich zahlreiche Elektrolyseure im Bau, ebenso wie fünf Tankstellen, an denen Busse und Logistikfahrzeuge mit Wasserstoff betankt werden können. Bis 2024 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein, wie Tilman Krauch, der Vorstandsvorsitzende des Vereins "Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar", betont.

Er nennt das Projekt einen "Meilenstein der Wasserstofftechnologie", da es alle Aspekte der Wasserstoffnutzung abdeckt, einschließlich Produktion, Verteilung und Anwendung sowie die Unterstützung der lokalen Gemeinden. Dies sei in Deutschland bisher einzigartig.

Grüner Wasserstoff bietet Lösungen, die Batterien nicht bieten können, insbesondere die Möglichkeit zur Speicherung und zum Transport. Diese Eigenschaft macht Wasserstoff in der Industrie und für größere Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge attraktiv.

Das Potenzial und der Bedarf für grünen Wasserstoff in Deutschland sind enorm, insbesondere in Regionen wie der Rhein-Neckar-Region mit ihrer starken Industriepräsenz. Die Produktion vor Ort wird allein nicht ausreichen, um diesen Bedarf zu decken. Krauch betont, dass Importkapazitäten für grünen Wasserstoff über Landesgrenzen hinweg aufgebaut werden müssen.

Die Bedeutung des Wasserstoffimports wird auch von Jakob Wachsmuth vom Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) betont. Eine von ihm durchgeführte Studie in Zusammenarbeit mit dem Research Institute for Sustainability (RIFS) Potsdam und der Deutschen Energie-Agentur zeigt, dass Deutschland in Zukunft eine doppelt so hohe Nachfrage nach erneuerbaren Energien haben wird, als es selbst produzieren kann.

Die Autoren der Studie ziehen daher den Schluss, dass Deutschland weiterhin auf Energie- und Wasserstoffimporte angewiesen sein wird. Eine engere Zusammenarbeit innerhalb der EU ist entscheidend, da Europa das Potenzial hat, sich selbst mit Wasserstoff zu versorgen. Länder wie Spanien, Frankreich und Norwegen haben erhebliches Ausbaupotenzial.

Die Studie betont die Bedeutung des Aufbaus einer innerhalb der EU verlaufenden Infrastruktur. Pipelinetransporte gelten als kostengünstige Option, und aufgrund der ausreichenden Potenziale in Europa sollte dies vorangetrieben werden.

Die Autoren der Studie fordern, dass die politischen und finanziellen Weichenstellungen frühzeitig erfolgen. Die Förderprogramme der Europäischen Union und die Investitionen der Regionen sollten sich an den aufgezeigten Potenzialen orientieren.

Die deutsche Bundesregierung hat die Fortführung der Wasserstoffstrategie debattiert, die bereits 2020 von der Regierung Merkel verabschiedet wurde. Die Strategie soll nun mit höherem Ambitionsniveau fortgeführt werden, wie Wirtschaftsminister Robert Habeck betont. Ziel ist es, die inländischen Elektrolysekapazitäten für grünen Wasserstoff bis 2030 auf mindestens zehn Gigawatt auszubauen. Dies erfordert verstärkte Bemühungen, die Ausschreibungen für Elektrolyseure sollen noch in diesem Jahr beginnen. Eine Strategie für den Import von Wasserstoff wird ebenfalls noch in diesem Jahr veröffentlicht.

Deutschland sieht sich dank dieser Strategie als Vorreiter in Europa in Bezug auf grünen Wasserstoff. Dennoch besteht weiterhin ein großer Bedarf an Zusammenarbeit innerhalb der EU. Europa profitiert von Deutschlands Vorreiterrolle, und Deutschland profitiert von einem wachsenden Markt.

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