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GSK startet 2,5-Milliarden-Sparprogramm für schnellere Medikamentenentwicklung

Der britische Pharmariese kürzt Kosten massiv, um Spätphasenstudien zu verdoppeln und das Wachstumsziel bis 2031 zu erreichen.

GSK startet 2,5-Milliarden-Sparprogramm für schnellere Medikamentenentwicklung

GSK hat am Dienstag ein umfangreiches Kosteneinsparungsprogramm im Volumen von £1,9 Milliarden (rund 2,52 Milliarden US-Dollar) angekündigt. Der britische Pharmariese will damit die Ausweitung seiner klinischen Spätphasenstudien finanzieren. CEO Luke Miels treibt damit sein Versprechen einer deutlich schnelleren Medikamentenentwicklung voran.

Die Märkte reagierten positiv: Die GSK-Aktie stieg bis 13:54 Uhr GMT um rund 6 Prozent. Neben dem Sparprogramm übertraf das Unternehmen auch die Erwartungen für Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal und kündigte Investitionen von £400 Millionen im Vereinigten Königreich an.

Ehrgeizige Ziele bei klinischen Studien

GSK gab bekannt, dass man im Jahr 2026 mehr als 20 Spätphasenstudien starten will – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem bisherigen Ziel von 10 Studien. Hintergrund sind identifizierte Pipeline-Beschleunigungen in 18 Indikationen für sieben experimentelle Medikamente in den Bereichen Onkologie, Atemwege, Hepatologie und Impfstoffe. „Da für 2026 mit mehr als 20 Starts von Phase-3-Studien gerechnet wird – was mehr als einer Verdopplung entspricht –, werden Reinvestitionen ein Teil davon sein, aber dies ist ein starker und unerwarteter Schritt", kommentierte Jefferies-Analyst Michael Leuchten in einer Mitteilung.

Der Großteil der Einsparungen soll laut CEO Miels zur Finanzierung der Spätphasenprogramme sowie eines neuen Forschungs- und Entwicklungslabors in Cambridge, Großbritannien, verwendet werden. Die Einsparungen sollen durch KI-gestützte Technologiewechsel, die Straffung von Unterstützungsdiensten und Lieferketten sowie die Neuzuweisung von Ressourcen auf Spezialmedikamente erzielt werden. GSK rechnet dabei mit Gesamtkosten von £2,4 Milliarden im Zusammenhang mit dem Plan.

Stellenabbau: Zahlen noch offen

Offen ließ das Unternehmen, wie viele Arbeitsplätze von den Kostensenkungen betroffen sein werden. „Wir werden heute keine Zahl nennen. Und zwar deshalb, weil ich möchte, dass mein Team und ich die Gelegenheit haben, dies zuerst mit unseren Mitarbeitern zu besprechen", sagte Miels in einem Telefonat mit Journalisten. Für Investoren und Beschäftigte bleibt damit eine wichtige Frage vorerst unbeantwortet.

Analysten von Barclays bewerteten den Kosteneinsparungsplan und den verbesserten Ausblick für die operative Marge als die wichtigsten positiven Aspekte der Ergebnisbekanntgabe. Dies helfe dabei, das Fehlen neuer konkreter Umsatzwachstumsziele auszugleichen, auf die einige Investoren gehofft hatten.

Starke Quartalszahlen trotz Einmalbelastung

Im zweiten Quartal erzielte GSK einen Umsatz von £8,41 Milliarden und einen Kerngewinn von 50,5 Pence je Aktie. Damit übertraf das Unternehmen die Konsenserwartungen von £8,24 Milliarden Umsatz und 47,1 Pence Gewinn je Aktie deutlich. Die Ergebnisse enthielten jedoch auch eine einmalige Wertminderung von £1,33 Milliarden, die mit der Einstellung der Entwicklung des experimentellen Hustenmittels Camliplixant zusammenhängt, das zuletzt in einer wichtigen Studie gescheitert war.

Für das Gesamtjahr hält GSK an seinen Prognosen fest: 3 bis 5 Prozent Umsatzwachstum sowie ein Gewinn je Aktie zwischen 7 und 9 Prozent. Das Unternehmen präzisierte jedoch, dass der Umsatz in der oberen und der Gewinn in der unteren Hälfte der jeweiligen Spanne erwartet wird.

Wachstumsstrategie unter Druck

Unter CEO Miels hat GSK seine Akquisitionsstrategie zuletzt deutlich intensiviert, darunter ein Rekordgeschäft für das Unternehmen Nuvalent im Juni. Ziel ist der Wiederaufbau des Onkologiegeschäfts sowie eine beschleunigte Medikamentenentwicklung – auch angesichts drohender Patentverluste für das HIV-Medikament Dolutegravir ab dem Jahr 2028. Analysten betrachten die jüngsten Deals als entscheidende Treiber, während Miels Investoren davon überzeugen will, dass GSK bis 2031 einen Jahresumsatz von über £40 Milliarden erzielen kann. Der Pharmakonzern erklärte am Dienstag, man befinde sich diesbezüglich auf Kurs.

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