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Gundlach: Fed-Chef Warsh wird kein „Easy Money"-Vorsitzender

Jeffrey Gundlach warnt Anleger: Neuer Fed-Chef Kevin Warsh setzt auf Preisstabilität statt lockere Geldpolitik.

Gundlach: Fed-Chef Warsh wird kein „Easy Money"-Vorsitzender

Jeffrey Gundlach, CEO von DoubleLine Capital und einer der renommiertesten Anleiheinvestoren der Welt, hat Anleger vor falschen Erwartungen an den neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh gewarnt. In der CNBC-Sendung „Closing Bell" erklärte Gundlach, Warsh habe einen deutlich falkenhafteren Ton angeschlagen als von vielen Marktteilnehmern erhofft. Der neue Fed-Vorsitzende signalisiere damit eine klare Entschlossenheit zur Wiederherstellung der Preisstabilität – und eine geringe Bereitschaft für eine lockere Geldpolitik.

„Er macht unmissverständlich deutlich, dass er beabsichtigt, Preisstabilität zu gewährleisten. Das bedeutet, wir werden keine so lockere Geldpolitik erleben, wie es vielleicht im ersten Quartal dieses Jahres von Chairman Warsh erwartet wurde, als alle mit Zinssenkungen rechneten", sagte Gundlach. „Heute klingt er überhaupt nicht danach."

Warsh setzt klares Signal zur Inflationsbekämpfung

Die Äußerungen Gundlachs folgten auf die jüngste geldpolitische Erklärung der Federal Reserve. Darin hieß es, der Ausschuss werde „Preisstabilität gewährleisten" – eine Formulierung, auf die Warsh während seiner Pressekonferenz wiederholt zurückkam. Der neue Fed-Chef bekräftigte, die Notenbank sei entschlossen, die Inflation wieder auf das Ziel von 2 Prozent zu senken – ein Niveau, das seit einem halben Jahrzehnt nicht mehr erreicht wurde.

„Die Verpflichtung zur Umsetzung ist stark, einstimmig und eindeutig, und ich denke, das ist eine wichtige Botschaft, die wir fünf Jahre lang vermisst haben, und das werden wir korrigieren", so Warsh wörtlich. Dieser Ton dürfte für viele Investoren und Ökonomen härter ausgefallen sein als erwartet – schließlich war Warsh ein persönlicher Nominierter von Präsident Donald Trump. Trumps Vorgänger Jerome Powell hatte sich einer anhaltenden Kritikwelle des Präsidenten ausgesetzt gesehen, weil er die Zinsen zu hoch gehalten hatte.

Warsh lehnte es zudem ab, eine individuelle Zinsprognose für den viel beachteten „Dot Plot" der Notenbank abzugeben. Gleichzeitig signalisierte er eine umfassendere Überprüfung des gesamten Kommunikationsrahmens der Fed – ein Schritt, der auf mögliche strukturelle Veränderungen in der Transparenzpolitik der Notenbank hindeutet.

Gundlach sieht stärkere Argumente für langfristige Staatsanleihen

Für Gundlach hat Warshs klare Positionierung eine direkte Konsequenz für den Anleihenmarkt. Die Betonung der Preisstabilität verringere das Risiko, dass die Fed eine zu akkommodierende Politik verfolgt, die die Inflation erneut anheizen könnte. Dies stärke die Argumente für den Besitz langfristiger US-Staatsanleihen.

„Ich denke, es gibt heute einen stärkeren Grund, langfristige Staatsanleihen zu besitzen, da nun ein neuer Sheriff in der Stadt ist", sagte Gundlach. „Wenn man Preisstabilität anstrebt und er nicht liefert, was als Preisstabilität bezeichnet werden kann, hat er heute im Grunde angekündigt, dass er als gescheitert gelten würde."

Der milliardenschwere Anleiheinvestor betonte, Warsh habe faktisch seine persönliche Glaubwürdigkeit darauf gesetzt, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Das mache aggressive Zinssenkungen in absehbarer Zeit unwahrscheinlicher. „Er muss also diese Inflationsrate senken", so Gundlach. „Wir müssen uns keine Sorgen über eine übermäßige Lockerung oder zu akkommodierende Zinssätze machen, die die langfristigen Anleihen weiter unter Druck setzen würden."

Für deutsche Anleger, die in US-Staatsanleihen oder Dollar-denominierte Rentenfonds investiert sind, ist diese Einschätzung von Bedeutung: Ein hawkisher Fed-Kurs stützt tendenziell den US-Dollar und stabilisiert die Renditen langfristiger Treasuries – mit entsprechenden Auswirkungen auf internationale Portfolios.

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