Guyana steigt zum Ölexport-Schwergewicht auf
Europas Nachfrage nach leichtem Rohöl treibt Exportwachstum und Marktanteile voran

Guyanas Ölexporte stiegen im vergangenen Jahr um 54 % auf etwa 582.000 Barrel pro Tag. Dieser Anstieg wurde durch die Nachfrage europäischer Raffinerien nach leichter, leicht zu verarbeitender Rohölqualität begünstigt, die als Ersatz für schwereres Rohöl aus dem Nahen Osten dient. Europa nahm 2024 etwa zwei Drittel der Exporte Guyanas ab, was einem Anteil von 388.000 Barrel pro Tag entspricht. Damit sicherte sich Europa einen höheren Anteil als im Vorjahr, als 62 % der Exporte in die Region gingen.
Guyanas leichteres, süßeres Rohöl, das unter den Handelsnamen Liza, Unity Gold und Payara Gold bekannt ist, hat in Europa schnell Akzeptanz gefunden. Die Nähe der Lieferanten und die hohe Qualität der Sorten sind wesentliche Faktoren, die diese Entwicklung unterstützen. Die gestiegene Nachfrage ist teilweise eine Folge des Kriegs in der Ukraine, durch den viele Raffinerien in Europa auf alternative Öllieferanten umgestiegen sind, um Sanktionen gegen russisches Öl zu umgehen.
Die drei aktiven Produktionsprojekte in Guyana – Liza 1, Liza 2 und Payara – werden von einem Konsortium unter der Leitung von Exxon Mobil betrieben. Diese Projekte erreichten Ende 2024 eine Produktionsleistung von etwa 675.000 Barrel pro Tag. Für 2025 wird mit einer weiteren Produktionssteigerung gerechnet, sobald ein viertes schwimmendes Produktionsschiff in Betrieb genommen wird. Das Projekt Yellowtail soll zusätzliche 250.000 Barrel pro Tag zur Gesamtproduktion beitragen.
Auch die Exporte in die USA haben sich nahezu verdoppelt und erreichten rund 23.000 Barrel pro Tag. In Asien stiegen die Exporte auf etwa 139.000 Barrel pro Tag an, während die Verkäufe nach Lateinamerika und in die Karibik mit rund 32.000 Barrel pro Tag stabil blieben. Der europäische Markt bleibt jedoch der wichtigste Absatzmarkt für Guyanas Rohöl.
Exxons Raffinerie in Fawley, Großbritannien, gilt als der größte Abnehmer von Guyanas Öl in Europa. Neben Exxon sind auch Hess und das chinesische Unternehmen CNOOC an der Ölproduktion beteiligt. Die Unternehmen vermarkten ihre jeweiligen Anteile unabhängig voneinander. Der Staat Guyana vergibt jährlich separate Vermarktungsaufträge für seinen Anteil an der Produktion. Für 2025 erhielten die britischen Handelsfirmen BB Energy und JE Energy diesen Auftrag erneut, nachdem sie in einer Ausschreibung den Zuschlag erhielten.
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Zur AktienanalyseDie gestiegenen Frachtraten aus dem Persischen Golf haben dazu beigetragen, dass Guyanas Rohöl für europäische Raffinerien attraktiver wurde. Diese Entwicklung, kombiniert mit der zunehmenden Produktionskapazität, stärkt die Position des südamerikanischen Landes als bedeutender Akteur auf dem internationalen Ölmarkt.


