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Hälfte der Tarifbeschäftigten erhält Urlaubsgeld

Westdeutsche profitieren mehr, Informationsdienstleistungen zahlen am meisten

Hälfte der Tarifbeschäftigten erhält Urlaubsgeld

In diesen Wochen erhalten knapp die Hälfte der deutschen Tarifbeschäftigten Urlaubsgeld. Im Durchschnitt beläuft sich dieser Betrag in diesem Jahr auf 1.644 Euro brutto. Dies entspricht einer Steigerung von 42 Euro oder 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede je nach Branche und Region.

In Westdeutschland beträgt das durchschnittliche Urlaubsgeld 1.692 Euro, was 41,5 Prozent oder 496 Euro mehr ist als im Osten des Landes. Diese Diskrepanz lässt sich unter anderem durch das unterschiedliche Lohnniveau erklären, da das Urlaubsgeld in vielen Tarifverträgen als prozentualer Anteil eines Monatsgehalts festgelegt wird. In einigen Fällen werden jedoch auch feste Beträge vereinbart.

Besonders hohe Urlaubszahlungen erhalten Beschäftigte im Bereich der Informationsdienstleistungen. Hier liegt das durchschnittliche Urlaubsgeld bei 3.769 Euro, allerdings profitieren nur 35,4 Prozent der Tarifbeschäftigten in dieser Branche davon. Deutlich über dem Durchschnitt liegt das Urlaubsgeld auch in den Bereichen Gewinnung von Erdöl und Erdgas sowie Maschinenbau, mit durchschnittlich 3.138 Euro beziehungsweise 2.982 Euro. In diesen beiden Sektoren erhalten alle Tarifbeschäftigten Urlaubsgeld.

Im Verarbeitenden Gewerbe bekommen 96,9 Prozent der tarifgebundenen Angestellten ein Urlaubsgeld von durchschnittlich 2.304 Euro. Im Baugewerbe sind es 95 Prozent der Beschäftigten, die eine Sonderzahlung erhalten, wobei die Beträge hier tendenziell niedriger ausfallen. Ähnlich ist die Situation im Gastgewerbe, wo ebenfalls eine breite Mehrheit der Tarifbeschäftigten Urlaubsgeld erhält.

In den Bereichen "sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten" und bei Möbelherstellern erhalten 63,6 Prozent beziehungsweise 83,1 Prozent der Tarifbeschäftigten Urlaubsgeld. Diese Zahlungen liegen mit 1.656 Euro beziehungsweise 1.636 Euro nahe am Durchschnitt.

Den geringsten Zuschuss für die Urlaubskasse erhalten Beschäftigte im Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Hier bekommen nahezu alle Tarifbeschäftigten (98,7 Prozent) ein Urlaubsgeld von durchschnittlich 326 Euro. In der Landwirtschaft und Jagd liegt dieser Betrag bei 361 Euro. In der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung gibt es hingegen überhaupt kein Urlaubsgeld für Tarifbeschäftigte.

Gleichzeitig haben sich die Preise für Pauschalreisen um 5,6 Prozent erhöht. Trotz dieser Preissteigerungen zeigen zahlreiche Studien und Umfragen, dass die Deutschen weiterhin nicht auf ihre Reisen verzichten wollen. Es bleibt allerdings unklar, ob auch Beschäftigte Urlaubsgeld erhalten haben, die nicht unter Tarifverträge fallen.

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