Hafen Los Angeles: Frachtvolumen bricht wegen China-Handelsstreit ein
Exportzahlen fallen auf Drei-Jahres-Tief. Chinas Kaufzusagen für US-Agrarprodukte bleiben aus.

Der Hafen von Los Angeles, der größte Container-Umschlagplatz der USA, verzeichnet einen dramatischen Einbruch im Frachtgeschäft. Im Januar sank das Gesamtvolumen im Jahresvergleich um 12 Prozent auf rund 812.000 Standardcontainer-Einheiten (TEU). Hauptverantwortlich dafür sind ausbleibende Agrarexporte nach China, wie Gene Seroka, geschäftsführender Direktor des Hafens, bestätigt.
"Die Exporte nach China sehen düster aus", erklärte Seroka. Die Containerexporte in das Reich der Mitte brachen im vergangenen Jahr um 26 Prozent ein. Besonders betroffen sind Sojabohnen, deren Ausfuhren aus Los Angeles nach China um dramatische 80 Prozent zurückgingen.
Der Einbruch steht in direktem Zusammenhang mit nicht eingehaltenen Handelsversprechen. Anfang 2026 kündigte Präsident Donald Trump an, China erwäge den Kauf von zusätzlichen acht Millionen Tonnen US-Sojabohnen, zusätzlich zu einer im Oktober 2025 vereinbarten Menge von zwölf Millionen Tonnen. Diese Zusagen wurden bislang nicht umgesetzt.
Importe ebenfalls rückläufig
Nicht nur die Exporte leiden unter der angespannten Handelssituation. Die Importe sanken im Januar um fast 13 Prozent auf 421.000 Containereinheiten. Zum Vergleich: Im Januar 2025 hatte der Hafen noch 924.000 TEU verzeichnet. Damals profitierten die Zahlen allerdings von einem "Front-Loading-Effekt" – Unternehmen hatten Waren vorgezogen, um vor der wichtigen asiatischen Ferienzeit und möglichen Zöllen in Trumps zweiter Amtszeit gewappnet zu sein.
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Zahlen markieren ein Fast-Drei-Jahres-Tief für den geschäftigsten Hafen des Landes. Auch in den Monaten November und Dezember 2025, nach den ersten Gesprächen zwischen den USA und China, zeigte sich keine Verbesserung der Exportzahlen. Die anhaltende Flaute im Frachtgeschäft verdeutlicht die wirtschaftlichen Auswirkungen der stockenden Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen relevant, da sie die Fragilität globaler Lieferketten und die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf den Welthandel unterstreichen. Logistikunternehmen und Reedereien könnten unter den rückläufigen Frachtvolumina leiden.


