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Halbleiter-Rallye: Optionshändler setzen trotz hoher Preise auf weitere Gewinne

Der Halbleitersektor erlebt eine historische Rallye – und Optionshändler kaufen trotz steigender Kosten aggressiv Call-Optionen.

Halbleiter-Rallye: Optionshändler setzen trotz hoher Preise auf weitere Gewinne

Halbleiteraktien befinden sich auf einem scheinbar unaufhaltsamen Aufwärtstrend. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH), der den gesamten Sektor abbildet, legte in 17 der letzten 18 Handelstage zu und stieg allein in diesem Monat um mehr als 30%. Am vergangenen Freitag verzeichnete der ETF einen Tagesgewinn von 5%.

Trotz der damit einhergehenden Verteuerung von Optionen lassen sich Händler nicht abschrecken. Die implizite Volatilität – ein Maß für die Optionspreise – steigt parallel zu den Kursen, was den Optionshandel im Halbleitersektor zunehmend teurer macht. Dennoch greifen Trader weiterhin beherzt zu Call-Optionen, um an der laufenden Rallye zu partizipieren.

Intel als Katalysator der Bewegung

Der jüngste Treiber der Rallye waren die Quartalszahlen von Intel. Die Aktie des Chip-Riesen schoss nach Veröffentlichung der Ergebnisse um 23% in die Höhe – eine Bewegung, die die vom Optionsmarkt am Donnerstag implizierte erwartete Kursschwankung fast verdreifachte. Besonders bemerkenswert: Der Marktwert von Intel überstieg damit erstmals seit der Dotcom-Blase im Jahr 2000 wieder die Marke von 400 Milliarden US-Dollar.

Im Sog von Intel legte auch Advanced Micro Devices (AMD), einer der langjährigen Konkurrenten, um 15% zu. Die Bewegung zeigt, wie stark die Stimmung im gesamten Sektor ist – positive Nachrichten eines einzelnen Unternehmens ziehen den gesamten Markt mit.

Bei Speicherchip-Aktien wie Micron und Sandisk, die im vergangenen Jahr bereits enorme Gewinne durch die Nachfrage aus KI-Rechenzentren verbuchen konnten, sehen die Optionssignale besonders bullisch aus. Call-Optionen überwiegen gegenüber Puts in einem Verhältnis von fast 2:1. Noch deutlicher wird das Bild bei den gezahlten Prämien: Die insgesamt aufgewendeten Call-Prämien für diese Titel sind mindestens viermal so hoch wie die der Puts.

Nvidia: Günstigere Optionen trotz KI-Führerschaft

Eine bemerkenswerte Ausnahme in diesem Umfeld bildet Nvidia, das größte Unternehmen der Gruppe. Die implizite Volatilität des von Jensen Huang geführten KI-Marktführers liegt niedriger als die des SMH ETF. Der Grund dafür dürfte sein, dass sich die Nvidia-Aktie deutlich langsamer bewegt hat und aktuell etwa 3 US-Dollar unter ihrem im Oktober erreichten Allzeithoch notiert.

Mindestens ein bedeutender Händler nutzte diese vergleichsweise günstigeren Optionen gezielt aus. Er kaufte 7.500 Call-Optionen mit einem Basispreis von 230 US-Dollar und einer Laufzeit bis zum 15. Mai – eine Transaktion im Gesamtwert von 413.000 US-Dollar. Diese Wette setzt auf einen weiteren Kursanstieg von rund 13% gegenüber dem aktuellen Niveau.

Auch das allgemeine Optionsvolumen bei Nvidia spricht eine klare Sprache: Das Call-Volumen ist etwa dreimal so hoch wie das der Puts. Anleger dürften dabei auch den nächsten wichtigen Termin im Blick haben – Nvidia wird seine Quartalszahlen voraussichtlich am 20. Mai vorlegen, was als weiterer möglicher Kurstreiber gilt.

Die aktuelle Entwicklung im Halbleitersektor verdeutlicht, wie stark das Vertrauen der Marktteilnehmer in die anhaltende Nachfrage nach Chips – insbesondere für KI-Anwendungen – ist. Selbst steigende Optionspreise schrecken professionelle Händler nicht davon ab, auf weitere Kursgewinne zu setzen.

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