Handelsbanken: Gewinn im zweiten Quartal sinkt um 5 Prozent
Niedrigere Marktzinsen drücken den Zinsüberschuss der schwedischen Großbank – Provisionsgeschäft kann Rückgang nicht ausgleichen.

Die schwedische Großbank Svenska Handelsbanken hat für das zweite Quartal 2025 einen spürbaren Gewinnrückgang gemeldet. Der Nettogewinn sank im Zeitraum von April bis Juni um 5 Prozent auf 5,23 Milliarden Schwedische Kronen, nach 5,49 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Hauptursache ist ein deutlich gesunkener Zinsüberschuss, der durch das wachsende Provisionsgeschäft nicht vollständig kompensiert werden konnte.
Das Betriebsergebnis ging um 6 Prozent auf 6,68 Milliarden Kronen zurück. Auch das Ergebnis je Aktie verschlechterte sich: Es fiel von 2,77 Kronen auf 2,60 Kronen. Damit zeigt sich, dass der Druck auf die Ertragslage der Bank im aktuellen Zinsumfeld spürbar ist.
Zinsüberschuss unter Druck
Die Gesamterträge der Bank sanken um 2 Prozent auf 13,46 Milliarden Kronen. Besonders ins Gewicht fiel der Rückgang des Zinsüberschusses, der um 7 Prozent auf 10,01 Milliarden Kronen fiel. Als Ursache nennt die Bank ausdrücklich die niedrigeren Marktzinsen – ein Trend, der viele europäische Kreditinstitute in diesem Umfeld belastet, da sinkende Leitzinsen die Zinsmarge der Banken schmälern.
Positiv entwickelte sich hingegen das Provisionsgeschäft: Der Netto-Provisionsüberschuss stieg um 9 Prozent auf 3,14 Milliarden Kronen. Treiber waren höhere Provisionen in der Vermögensverwaltung, im Versicherungsgeschäft sowie im Zahlungsverkehr. Auch das Nettoergebnis aus Finanzgeschäften verbesserte sich deutlich – auf 116 Millionen Kronen, nach einem Verlust von 64 Millionen Kronen im Vorjahreszeitraum.
Kreditwachstum in Großbritannien und den Niederlanden
Vorstandsvorsitzender Michael Green hob hervor, dass das Kreditvolumen im Quartal insgesamt gestiegen sei. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die Märkte in Großbritannien und den Niederlanden. Darüber hinaus nahm auch die Kreditvergabe an private Haushalte in Schweden zu – ein Zeichen, dass die Nachfrage nach Finanzierungen trotz des herausfordernden Zinsumfelds anhält.
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Zur AktienanalyseSvenska Handelsbanken zählt zu den größten Banken Skandinaviens und ist mit einem breiten Filialnetz in mehreren europäischen Ländern aktiv. Das Institut gilt traditionell als konservativ geführt und legt besonderen Wert auf dezentrale Entscheidungsstrukturen. Für deutsche Anleger ist die Aktie an der Stockholmer Börse unter dem Kürzel SHBa handelbar.
Die Quartalsergebnisse verdeutlichen das Dilemma, vor dem viele europäische Banken derzeit stehen: Während das Zinsgeschäft – lange Zeit der wichtigste Ertragsträger – unter dem Druck sinkender Marktzinsen leidet, gewinnen Provisionseinnahmen und Gebührengeschäfte zunehmend an Bedeutung. Ob Handelsbanken diesen Strukturwandel erfolgreich meistern kann, bleibt eine zentrale Frage für Investoren in den kommenden Quartalen.


