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Händler setzen massiv auf inverse Chip-ETFs nach Kurseinbruch

Nach einem Minus von fast 7% im Halbleitersektor suchen Trader günstige Wege, auf eine stärkere Trendwende zu setzen.

Händler setzen massiv auf inverse Chip-ETFs nach Kurseinbruch

Der Halbleitersektor erlebt einen turbulenten Handelstag: Nur einen Tag nach dem Erreichen neuer Rekordhochs verzeichnet die Branche ein Minus von fast 7%. Händler reagieren prompt und suchen nach kostengünstigen Möglichkeiten, auf eine weitere Abwärtsbewegung bei Chip-Aktien zu setzen – und werden dabei bei einem speziellen Hebelprodukt fündig.

Im Fokus steht der dreifach gehebelte inverse Halbleiter-ETF von Direxion, bekannt unter dem Kürzel SOXS. Das Optionsvolumen in diesem Instrument liegt bei mehr als dem Dreifachen des täglichen Durchschnitts des vergangenen Monats. Besonders auffällig: Call-Optionen überwiegen die Puts im Verhältnis von mehr als sechs zu eins, wie Daten von ThinkOrSwim zeigen.

Eine Wette auf Kursgewinne des SOXS bedeutet gleichzeitig eine Wette auf fallende Kurse bei Chip-Aktien. Der Fonds strebt 300% der inversen täglichen Kursbewegung des NYSE Semiconductor Index an – steigen Chip-Aktien also um 1%, verliert der ETF rund 3%, und umgekehrt.

Warum SOXS so beliebt ist

Der entscheidende Vorteil des SOXS liegt in seinem niedrigen Preis: Mit etwas mehr als 4 US-Dollar pro Anteil bietet der ETF Händlern eine besonders kostengünstige Möglichkeit, auf die Kursentwicklung des wichtigsten Sektors am Markt zu spekulieren. Optionen auf einen so günstigen Basiswert sind entsprechend erschwinglich – ideal für Trader, die mit begrenztem Kapitaleinsatz große Positionen aufbauen wollen.

Insgesamt wurden rund 260.000 Optionen auf SOXS gehandelt – deutlich mehr als die 172.000 Kontrakte beim etablierteren VanEck Semiconductor ETF SMH. Im frühen Handel am Dienstag wurden mehr als 84.000 Calls gekauft, gegenüber knapp 15.000 Puts. Bemerkenswert ist dabei, dass etwa so viele Calls verkauft wie gekauft wurden, was darauf hindeutet, dass Händler ihre bullishen Wetten über sogenannte Spreads absichern.

Diese Spread-Strategie begrenzt das Aufwärtspotenzial, sollte der Fonds weitere Gewinne verzeichnen – wie etwa bei der heutigen Rallye von 24%. Acht der zehn volumenstärksten Kontrakte sind Call-Optionen, wobei laut Daten von SpotGamma die am Freitag auslaufenden „In-the-money"-Calls mit Basispreisen von 4 und 3,50 US-Dollar am beliebtesten sind.

Größter Einzeltrade der Sitzung

Der bislang größte Trade der Sitzung war der Verkauf von 300 Puts mit einem Basispreis von 13 US-Dollar und Fälligkeit im Januar 2028, was dem Verkäufer 327.000 US-Dollar einbrachte. Der Verkauf von „In-the-money"-Puts ist für Händler eine Möglichkeit, eine sogenannte synthetische Long-Position im Basiswert zu geringeren Kosten aufzubauen, als dies durch den direkten Kauf der Aktie möglich wäre.

Gehebelte ETFs wie SOXS haben angesichts der massiven Rallye bei Chip-Aktien im vergangenen Jahr explosionsartig an Beliebtheit gewonnen. Laut einer Analyse der Abteilung für taktische Aktienstrategien von Barclays übersteigen die täglichen Rebalancing-Ströme dieser Instrumente regelmäßig 20 Milliarden US-Dollar – ein Zeichen dafür, wie bedeutend diese Produkte für die Marktdynamik geworden sind.

Für deutsche Privatanleger ist dieser Trend ein wichtiges Signal: Gehebelte und inverse ETFs sind hochspekulative Instrumente, die sich primär für kurzfristige Trades eignen. Aufgrund des täglichen Rebalancings können sie bei längerer Haltedauer erheblich von der erwarteten Rendite abweichen – ein Risiko, das Anleger stets im Blick behalten sollten.

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