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Hapag-Lloyd erweitert Flotte trotz globaler Herausforderungen

Hohe Frachtraten und Umleitungen prägen die Seelogistik des Hamburger Konzerns

Hapag-Lloyd erweitert Flotte trotz globaler Herausforderungen

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd plant angesichts einer stabilen Marktentwicklung den Ausbau ihrer Flotte. Nach einer unerwartet milden Phase nach der Corona-Sonderkonjunktur zeigt sich das Unternehmen optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Der Konzern verzeichnete ab Mai einen deutlichen Anstieg der Nachfrage, was in Kombination mit höheren Frachtraten zu einem erfreulichen Ergebnis führte. Rolf Habben Jansen, der Vorstandsvorsitzende von Hapag-Lloyd, äußerte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters seine Zuversicht, dass das dritte Quartal möglicherweise noch bessere Ergebnisse als das zweite Quartal liefern könnte.

Die Sicherheitslage im Roten Meer, die weiterhin angespannt ist, führt dazu, dass Schiffe den Suezkanal meiden. Diese Umleitungen um die Südspitze Afrikas bringen zwar höhere Kosten mit sich, ermöglichen den Reedereien jedoch auch, höhere Gebühren zu erheben. Alle Schiffe von Hapag-Lloyd seien voll ausgelastet und fahren größtenteils mit Höchstgeschwindigkeit, um die Umwege auszugleichen. Trotzdem könnte es bei den Transportkapazitäten zu Engpässen kommen, was laut Habben Jansen dazu führt, dass die letzten verfügbaren Stellplätze auf den Schiffen relativ teuer verkauft werden.

Eine kurzfristige Entspannung der Lage im Nahen Osten ist laut dem 57-jährigen CEO nicht absehbar, daher plant Hapag-Lloyd, die Umleitungen bis mindestens Ende des Jahres fortzusetzen. Die jüngste Erweiterung der Flotte mit zahlreichen neuen Schiffen kommt dem Konzern in dieser Situation zugute. Bis zum Jahresende wird erwartet, dass die Flotte um etwa zehn Schiffe wachsen wird, womit Hapag-Lloyd dann mit rund 297 Frachtern weltweit operiert. Diese Zunahme umfasst sowohl Neubauten, die bei Werften in Auftrag gegeben wurden, als auch gecharterte Schiffe für die eigene Flotte.

Habben Jansen kündigte an, dass in den kommenden sechs bis zwölf Monaten voraussichtlich neue Schiffe bestellt werden, um ältere Modelle zu ersetzen, die um das Jahr 2030 herum ausgemustert werden müssen. Die genauen Pläne seien jedoch noch nicht finalisiert. Spekulationen über ein großangelegtes Neubauprogramm wies er zurück, die kolportierten Zahlen bezeichnete er als übertrieben.

Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie erzielte Hapag-Lloyd im ersten Halbjahr 2023 noch einen operativen Gewinn von 2,6 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag der Gewinn zwar bei nur noch 813 Millionen Euro, dennoch übertraf dies aufgrund der gestiegenen Nachfrage und Frachtraten die Erwartungen.

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