Healthineers setzt neue Prioritäten
Strategie nach Siemens-Abspaltung fokussiert Kernbereiche und Wachstumsziele

Siemens Healthineers richtet den Blick auf eine neue strategische Phase und stellt Weichen für die Zeit nach der geplanten Abspaltung von Siemens. Konzernchef Bernd Montag erläuterte vor Investoren, dass das Unternehmen seine Position in den zentralen Geschäftsfeldern stärken und den Fokus klar auf Bildgebung sowie die Behandlung nicht übertragbarer Krankheiten legen will. Diese gehören seit Jahren zu den wichtigsten Wachstumstreibern, und das Unternehmen sieht dort weiterhin erhebliches Potenzial.
Unter dem Namen „Elevating Health Globally“ soll die neue Strategie nach dem Ende der bisherigen Phase „New Ambition“ umgesetzt werden. Die wesentlichen finanziellen Eckpunkte bleiben davon unberührt. Healthineers will den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen und den Unternehmensverbund nach der Trennung vom bisherigen Mutterkonzern eigenständig ausrichten. Siemens hatte erst vor wenigen Tagen entschieden, die Konzernmehrheit aufzugeben. Trotz dieser Ankündigung hält Siemens derzeit noch zwei Drittel der Anteile. Ein Teil davon soll an Siemens-Aktionäre übertragen werden, bevor weitere Verkäufe erfolgen.
In der abgelaufenen Strategieperiode konnte Healthineers vor allem in der Bildgebung deutliche Fortschritte erzielen. Das Unternehmen investierte in neue MRT-Technologien und schloss Vereinbarungen mit Krankenhausketten, um langfristige Partnerschaften auszubauen. Künftig soll neben der Bildgebung auch die neu geschaffene Einheit Precision Therapy zum Kernbereich gehören. Diese bündelt den Krebstherapiespezialisten Varian, frühere Aktivitäten aus Advanced Therapies sowie das Ultraschallsegment. Ziel ist es, mittels präziser Diagnostik Krankheiten frühzeitig zu erkennen und anschließend gezielt zu behandeln.
Besonderes Augenmerk gilt vier weit verbreiteten Krankheitsbildern: Schlaganfällen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Leiden. Die Nutzung Künstlicher Intelligenz soll dazu beitragen, diese noch effektiver zu diagnostizieren und Therapien zu unterstützen. Für das Kerngeschäft wird ein mittelfristiges Wachstum zwischen sechs und neun Prozent angestrebt.
Unsicher bleibt die Perspektive der Diagnostiksparte, in der Laborlösungen und zugehörige Materialien entwickelt werden. Die Einheit war über mehrere Akquisitionen gewachsen, zeigte jedoch wiederholt Anlaufschwierigkeiten, etwa bei der Einführung der Plattform Attelica. Trotz begrenzter Synergien hält das Management eine mögliche Abspaltung offen, bezeichnet die Sparte aber weiterhin als zweiten Kernbereich. Das Unternehmen strebt dort ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich an. Insgesamt erwartet Healthineers eine Wachstumsrate zwischen fünf und sieben Prozent und plant, das Ergebnis je Aktie zweistellig zu steigern.
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Zur AktienanalyseIm abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich der Umsatz auf vergleichbarer Basis auf fast 23,4 Milliarden Euro. Die Bildgebung legte deutlich zu und erreichte 13,2 Milliarden Euro Umsatz, während die Diagnostiksparte mit 4,3 Milliarden Euro stagnierte. Die Profitabilität verbesserte sich dort leicht, lag jedoch weiterhin unter dem Niveau der übrigen Bereiche.


