Hedgefonds-Manager und ETFs: Überraschende Allianz auf dem Markt
Warum selbst erfahrene Profis in ETFs investieren und welche Top-Positionen sie halten

Selbst Hedgefonds-Manager, die bekanntermaßen auf die gezielte Auswahl von Aktien einzelner Unternehmen setzen, haben laut aktuellen Berichten bei der US-Börsenaufsicht SEC börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in ihren Depots. Diese überraschende Enthüllung wirft einige Fragen auf, da das Hauptziel von Hedgefonds-Managern darin besteht, eine bessere Performance als der breite Aktienmarkt zu erzielen, indem sie in ausgewählte Einzeltitel investieren. Im Gegensatz dazu verfolgen ETFs eine passive Strategie, indem sie einen Index nachbilden und eine breite Streuung bieten.
Trotz dieser scheinbaren Inkongruenz finden sich in den Portfolios der größten Hedgefonds-Manager vier auffällige ETFs. Die erste Position unter ihnen ist der "S&P 500", der die Wertentwicklung der 500 größten US-Unternehmen abbildet. Sowohl Bridgewater Associates als auch Citadel Advisors und Millennium Management haben zum Quartalsende einen ETF, der die Wertentwicklung des S&P 500 nachverfolgt, zu ihren Top-Positionen gemacht. Bridgewater setzt hierbei auf den "iShares Core S&P 500 ETF" von Blackrock, während Citadel und Millennium den "SPDR S&P 500 Trust" von State Street bevorzugen. Auch für deutsche Anleger stehen ähnliche ETFs von Blackrock und State Street zur Verfügung.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Performance des S&P 500 in den letzten Jahren stark von der Entwicklung großer Tech-Werte wie Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft, Meta, Nvidia und Tesla abhängig war, die mehr als ein Viertel des gesamten Indexgewichts ausmachen. Wenn diese Aktien besser als der breite Markt abschneiden, steigt auch der Index. Andererseits können andere ETFs, wie zum Beispiel ein gleichgewichteter ETF auf den S&P 500, besser abschneiden, wenn diese Tech-Werte zurückbleiben.
Die zweite bemerkenswerte Position in den Portfolios der Hedgefonds-Manager ist der "Russell 2000", der die Wertentwicklung der 2000 kleineren Unternehmen im breiten Russell 3000 Index abbildet. Millennium Management hatte zum Quartalsende den "iShares Russell 2000 ETF" von Blackrock unter seinen Top-Positionen. Deutsche Anleger können zwar keinen vergleichbaren ETF von Blackrock erwerben, haben jedoch Optionen von Amundi und der DWS zur Verfügung.
Der Russell 2000 hat in diesem Jahr bisher mehr als zehn Prozentpunkte in der Performance gegenüber dem S&P 500 verloren. Einige Analysten sehen jedoch Potenzial für Aufholung bei den kleineren Unternehmen, insbesondere wenn sich die Wirtschaft am Beginn einer Erholung befindet.
Die dritte herausragende Position in den Depots von Hedgefonds-Manager ist der "iShares Core MSCI Emerging Markets ETF" von Blackrock, der Zugang zu mehr als 3000 Unternehmen aus Schwellenländern bietet. Bei Bridgewater Associates handelte es sich um die größte Einzelposition im Aktiendepot zum Ende des dritten Quartals. Deutsche Anleger können zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Varianten dieses ETFs wählen.
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Zur AktienanalyseSchließlich taucht in den Depots von Hedgefonds-Manager der "iShares iBoxx $ Inv Grade Corporate Bond ETF" von Blackrock auf, der die Entwicklung des "iBoxx USD Liquid Investment Grade Index" nachbildet. Dieser Index bietet Zugang zu auf Dollar lautenden Staatsanleihen von Unternehmen mit sehr guter Bonität (Investment Grade). Die Renditen dieser Anleihen sind zuletzt aufgrund der Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed gestiegen. Nun, da die Fed ihre Zinserhöhungen vorerst ausgesetzt hat, könnten Anleger die höheren Renditen als Einstiegschance nutzen, während gleichzeitig das Kursrisiko sinkt.
Insgesamt zeigt diese Offenlegung der Depots bei der SEC, dass selbst erfahrene Hedgefonds-Manager in ETFs investieren, um von den breiten Marktindizes zu profitieren und ihre Portfolios zu diversifizieren, obwohl ihre Hauptstrategie auf die Einzelwertauswahl ausgerichtet ist. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Beliebtheit von ETFs in der Anlagebranche, sowohl bei Privatanlegern als auch bei Profis.


