Heizungsbranche in der Krise: Nachfrage bricht ein
Wärmepumpen besonders betroffen, tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt

Die Heizungsbranche erlebt derzeit eine schwere Krise. Nach Jahren des ununterbrochenen Wachstums hat die Nachfrage nach neuen Heizungen stark nachgelassen. Besonders stark betroffen sind die Hersteller von Wärmepumpen. Der Bundesverband der Heizungsindustrie (BDH) meldete, dass die Hersteller bis Mai fast 40 Prozent weniger Heizungen verkauft haben als im Vorjahr. Dies hat zu erheblichen Folgen für die Unternehmen geführt.
Insbesondere Wärmepumpenproduzenten wie Vaillant, Viessmann und Stiebel Eltron haben drastische Maßnahmen ergriffen, um den Absatzrückgang zu bewältigen. Tausende Mitarbeiter wurden in die Kurzarbeit geschickt. Markus Staudt, der Chef des BDH, sieht die Ursache in der politischen Unsicherheit und den Debatten um das Gebäudeenergiegesetz. Diese hätten die Verbraucher verunsichert und die Nachfrage nach Heizungsmodernisierungen beeinträchtigt. Allerdings wird auch den Herstellern selbst eine Mitschuld gegeben, da sie ihre Kapazitäten aufgrund überzogener Erwartungen ausgebaut haben.
Die Heizungsindustrie erlebte drei Jahre lang Rekordverkäufe. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 1,3 Millionen Heizungsanlagen verkauft, darunter auch viele Wärmepumpen. Die Energiepreiskrise und die Unsicherheit durch den Ukrainekrieg führten dazu, dass die Verkaufszahlen für Wärmepumpen besonders stark anstiegen. Mit über 350.000 verkauften Wärmepumpen schien das von Wirtschaftsminister Robert Habeck angestrebte Ziel von einer halben Million verkaufter Anlagen fast erreicht. Doch in diesem Jahr rechnet der BDH nur noch mit bis zu 200.000 verkauften Anlagen. Für die Hersteller ist dies ein herber Rückschlag.
Experten wie Nick Matten weisen darauf hin, dass die Firmen ihre Kapazitäten schnell und massiv ausgebaut haben, was nun zu finanziellen Problemen führt. Während große Unternehmen wie Vaillant und Viessmann die Krise möglicherweise besser überstehen, trifft es spezialisierte Hersteller wie Stiebel Eltron besonders hart. Stiebel Eltron hat bereits im März 2000 seiner 2500 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, zunächst bis Ende des Jahres. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass die Nachfrage leicht ansteigt.
Im Gegensatz dazu sind bei Vaillant und Viessmann weniger Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Dies liegt daran, dass beide Unternehmen nicht nur Wärmepumpen, sondern auch Gas- und Ölheizungen verkaufen. Die Nachfrage nach Ölheizungen steigt sogar, während der Rückgang bei Gasheizungen mit 35 Prozent weniger drastisch ausfällt als bei Wärmepumpen. Viessmann ist optimistisch und sieht langfristig eine große Chance in der Elektrifizierung und Nachhaltigkeit.
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Zur AktienanalyseAllerdings liegen derzeit viele unverkaufte Geräte auf Lager. Viele Installateure hatten im vergangenen Jahr mehr Wärmepumpen bestellt, als sie verbauen konnten, aus Sorge vor Lieferproblemen. Nun verkaufen sich die Anlagen langsamer als erwartet. Zudem wurde die Einführung eines neuen Fördermechanismus für Wärmepumpen durch Softwareprobleme verzögert, was die Unsicherheit der Verbraucher verstärkte. Experten sind daher skeptisch, ob sich der Markt in diesem Jahr noch erholen wird.


