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Hellofresh-Aktie stürzt auf neuen Tiefststand ab

Gewinnwarnungen und stagnierendes Kerngeschäft verunsichern Investoren

Hellofresh-Aktie stürzt auf neuen Tiefststand ab

Die Hellofresh-Aktie hat mit 4,42 Euro einen neuen Tiefststand erreicht, was einem Verlust von fast 70 Prozent in diesem Jahr entspricht. Während der Pandemie erfreute sich das Unternehmen großer Beliebtheit und verzeichnete im November 2021 ein Allzeithoch von rund 95 Euro. Doch seitdem hat sich das Wachstum verlangsamt, was sich auch bei anderen Onlinehändlern wie Delivery Hero und Zalando zeigt. Besonders betroffen ist jedoch Hellofresh, das im MDax den größten Verlust verzeichnet.

Analysten prognostizieren für die nächsten zwölf Monate einen Kursanstieg auf durchschnittlich 9,90 Euro, was ein Kurspotenzial von 120 Prozent bedeuten würde. Dennoch ist Vorsicht geboten, da die Kursziele in der Vergangenheit immer weiter herabgesetzt wurden, und die Aktie schneller fiel als die Anpassungen der Prognosen. Lediglich acht von zwanzig Analysten empfehlen derzeit den Kauf der Aktie, während ebenfalls acht zum Halten und vier zum Verkauf raten.

Hellofresh, das vor sechseinhalb Jahren zu einem Ausgabepreis von 10,60 Euro an die Börse ging, verzeichnete im letzten Jahr einen operativen Gewinn von 448 Millionen Euro. Der größte Markt des Unternehmens sind die USA, die zwei Drittel des Gesamtumsatzes von 7,6 Milliarden Euro ausmachen. Trotz der soliden Zahlen gibt es Unsicherheiten, da das Unternehmen seine Gewinnprognose für 2024 auf 350 bis 400 Millionen Euro herabgesetzt hat. Dies war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von vier Monaten und führte im März zu einem historischen Kursverlust von 45 Prozent an einem Tag.

Das Kerngeschäft von Hellofresh, der Versand von Kochboxen, stagnierte im ersten Quartal 2024 und der Umsatz ging um knapp sieben Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück. Analysten wie jene von Bryan Garnier sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Wachstumsstory des Unternehmens tot sei. Demgegenüber steht das wachsende Geschäft mit dem Versand von Fertiggerichten, das im ersten Quartal um 56 Prozent auf 496 Millionen Euro zulegte. Diese Entwicklung reicht jedoch nicht aus, um den Rückgang im Kerngeschäft auszugleichen.

Investoren sind verunsichert, ob Hellofresh in der Lage sein wird, langfristig wieder zu wachsen. Die Hoffnung, dass das Geschäft mit Fertiggerichten den Rückgang bei den Kochboxen ausgleicht, wird von Analysten wie Jefferies auf absehbare Zeit nicht erwartet. Trotz der aktuellen Tiefststände und dem scheinbar attraktiven Einstiegspunkt bleiben die Aussichten für die Aktie von Hellofresh somit unsicher.

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