Henkel schließt Standorte und baut weitere Stellen ab
Konzernumbau betrifft Produktion, Logistik und internationale Arbeitsplätze – Deutsche Werke bleiben verschont

Der Konsumgüterhersteller Henkel steht vor einer weiteren Umstrukturierungswelle, die Standorte und Arbeitsplätze betreffen wird. Konzernchef Carsten Knobel kündigte in einem Interview an, dass in der zweiten Phase des umfassenden Umbaus der Produktion, des Einkaufs, der Logistik und der Läger Optimierungen vorgenommen werden sollen. Dies könnte zur Schließung von Lagern und Produktionsstätten sowie zum Abbau von Arbeitsplätzen führen. Knobel betonte jedoch, dass kein Werk in Deutschland geschlossen werde. Der Umbau ist der größte in der Geschichte des Unternehmens und erfolgt in mehreren Phasen. Bereits im Frühjahr 2022 hatte Henkel den Restrukturierungsprozess eingeleitet und dabei weltweit rund 2000 Stellen abgebaut, 300 davon in Deutschland. Die erste Phase konzentrierte sich vor allem auf die Schaffung von Synergien in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Verwaltung.
Im Rahmen des Umbaus wurde das Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft, zu dem bekannte Marken wie Persil und Pril gehören, mit der schwächelnden Kosmetiksparte zur neuen Unternehmenssparte Consumer Brands zusammengelegt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Kosten zu senken und das Geschäft widerstandsfähiger aufzustellen. In den vergangenen Monaten hat Henkel Marken im Wert von 650 Millionen Euro entweder eingestellt oder verkauft, da sie schwache Margen oder geringe Wachstumsaussichten aufwiesen. Trotz der laufenden Umstrukturierung zeigt sich Henkel optimistisch. Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr 2024 seinen operativen Gewinn um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Auch der Umsatz stieg aus eigener Kraft um 2,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Die bereinigte Umsatzrendite legte ebenfalls deutlich zu und erreichte 14,9 Prozent, während sie im Vorjahr noch bei 11,5 Prozent lag. Diese positiven Ergebnisse haben Henkel dazu veranlasst, seine Prognosen für das laufende Jahr bereits zweimal anzuheben.
Knobel äußerte zudem die Erwartung, die langfristigen Unternehmensziele früher zu erreichen als ursprünglich geplant. Henkel strebt ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent sowie eine Umsatzrendite von rund 16 Prozent an, welche in den kommenden zwei bis vier Jahren erreicht werden sollen. Neben dem Konsumentengeschäft, das nun unter der Sparte Consumer Brands zusammengefasst ist, betreibt Henkel auch ein starkes Geschäft im Bereich Klebstoffe. Hier gilt der Konzern als weltweit führend, insbesondere bei Hightech-Anwendungen für Unternehmen.
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