Hensoldt enttäuscht Anleger mit spätem Wachstum
Der Rüstungskonzern rechnet erst ab 2027 mit stärkerem Umsatzplus und Gewinnanstieg

Der bayerische Rüstungskonzern Hensoldt erwartet erst ab dem Jahr 2027 eine deutliche Beschleunigung von Umsatz und Gewinn. Diese langfristige Perspektive stößt bei Anlegern auf Enttäuschung, da viele auf ein schnelleres Wachstum gehofft hatten. Die Aktie des Unternehmens, die sich seit Jahresbeginn fast verdreifacht hatte, verlor nach der Präsentation auf dem Kapitalmarkttag in Ulm rund acht Prozent und fiel auf 87,50 Euro.
Für das kommende Jahr rechnet Hensoldt mit einem Umsatzplus von zehn Prozent. Mittelfristig sollen die Erlöse um 15 bis 20 Prozent jährlich zulegen, wobei das obere Ende dieser Spanne voraussichtlich erst 2028 erreicht wird. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge), die 2025 bei rund 18 Prozent liegt, soll sich jährlich um etwa 0,5 Prozentpunkte verbessern. Für das Jahr 2030 wird ein Umsatz von sechs Milliarden Euro sowie eine Ebitda-Marge von mindestens 20 Prozent angestrebt.
Nach Einschätzung von Analysten der US-Bank JPMorgan liegt die Prognose unter den bisherigen Markterwartungen. Demnach könnte das Ebitda 2026 um etwa sieben Prozent geringer ausfallen als bislang angenommen. Dennoch bleibt Hensoldt ein zentraler Akteur der europäischen Aufrüstung, die durch den russischen Angriffskrieg neue Dynamik gewonnen hat.
Vorstandschef Oliver Dörre betonte die Chancen und die Verantwortung, die mit der gestiegenen Nachfrage einhergehen. Hensoldt müsse kurzfristig die Einsatzbereitschaft sichern und gleichzeitig an den Verteidigungslösungen der Zukunft arbeiten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werde die Produktion weiter ausgebaut. In Ulm sollen Radarsysteme künftig in Serie gefertigt werden, die Produktionskapazität werde bis 2027 im Vergleich zu 2021 mehr als verdreifacht und auf 1000 Systeme pro Jahr steigen.
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Zur AktienanalyseBis Jahresende soll der Auftragsbestand auf rund 8,5 Milliarden Euro anwachsen. Nach Unternehmensangaben sind damit bereits 91 Prozent des Umsatzes für das kommende Jahr abgesichert. Für 2026 erwartet Hensoldt einen Auftragseingang, der das 1,5- bis Zweifache des Umsatzes ausmachen dürfte. Auch in den Folgejahren rechnet das Unternehmen mit einer hohen Nachfrage, die das Umsatzniveau übertreffen wird.


