Hertha Metals plant Anlage für hochreines Eisen in Texas
Das Startup aus Houston will die US-Lieferkette für Seltenerdmagnete stärken und China-Abhängigkeit reduzieren.

Das texanische Startup Hertha Metals positioniert sich als künftiger Schlüssellieferant für einen kritischen Rohstoff in der amerikanischen Lieferkette für Seltenerdmagnete. Das 2022 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Houston plant noch in diesem Sommer den ersten Spatenstich für eine neue Produktionsanlage. Diese soll jährlich 10.000 Tonnen hochreines Eisen produzieren, das in Permanentmagneten zum Einsatz kommt.
CEO Laureen Meroueh erklärte gegenüber Mining.com: „Wir werden der erste und einzige inländische Produzent dieses Materials sein." Gemeint ist hochreines Eisen, das in sogenannten Neodym-Eisen-Bor-Permanentmagneten (NdFeB) verwendet wird. Diese Magnettypen sind ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Technologien – von Elektromotoren über Windkraftanlagen bis hin zu Verteidigungssystemen.
Innovatives Verfahren kombiniert Elektrolichtbogen und Wasserstoff
Für die Produktion entwickelt Hertha Metals ein eigenes Verfahren namens FLEXHERS – eine Abkürzung für „Flexible Fuel Hydrogen Electric Reduction Smelting". Die Technologie kombiniert Elektrolichtbogenofentechnik mit Erdgas oder Wasserstoff, um Eisen und Stahl herzustellen. Damit setzt das Unternehmen auf einen flexiblen Ansatz, der sowohl mit konventionellen als auch mit grünen Energieträgern betrieben werden kann.
Das Verfahren könnte langfristig einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion leisten, da Wasserstoff als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen gilt. Für die USA ist die Entwicklung einer solchen heimischen Produktionskapazität strategisch bedeutsam, da das Land bislang stark auf Importe angewiesen ist.
Neue US-Beschaffungsregeln ab 2027 erhöhen den Druck
Die Ankündigung von Hertha Metals fällt in eine Zeit, in der Washington die Beschaffungsregeln für verteidigungsrelevante Lieferketten deutlich verschärft. Die aktualisierten Anforderungen der Defense Federal Acquisition Regulations (DFARS) sollen im Januar 2027 in Kraft treten. Sie schreiben vor, dass Materialien für bestimmte Verteidigungsanwendungen aus nicht betroffenen Ländern stammen müssen – eine direkte Reaktion auf die wachsende Abhängigkeit von China bei strategischen Rohstoffen.
Für Unternehmen wie Hertha Metals eröffnet diese Regulierung ein erhebliches Marktpotenzial. Die USA sind bei der Versorgung mit Seltenerdmagneten und deren Vorprodukten bislang in hohem Maße auf China angewiesen, das den globalen Markt für Seltene Erden und deren Verarbeitung dominiert. Politische Initiativen zur Stärkung heimischer Lieferketten haben in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen.
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Zur AktienanalyseStrategische Bedeutung für Europa und Deutschland
Auch für deutsche und europäische Investoren ist die Entwicklung relevant. Deutschland und die EU verfolgen ähnliche Ziele im Rahmen des Critical Raw Materials Act, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten bei strategischen Materialien zu reduzieren. Neodym-Eisen-Bor-Magnete sind für die Elektromobilität und die Energiewende unverzichtbar – Branchen, in denen Deutschland eine führende Rolle anstrebt.
Ob Hertha Metals seinen ambitionierten Zeitplan einhalten und tatsächlich als erster heimischer US-Produzent von hochreinem Eisen für NdFeB-Magnete in den Markt eintreten kann, bleibt abzuwarten. Der geplante Spatenstich noch in diesem Sommer wäre ein erster konkreter Schritt in diese Richtung.


