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Hertz-Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief: Kapitalmaßnahmen belasten

Struktureller Short-Überhang durch Aktienleihgeschäft und schwache Gebrauchtwagenmarkt-Ergebnisse drücken die Hertz-Aktie weiter nach unten.

Hertz-Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief: Kapitalmaßnahmen belasten

Die Aktie des US-Autovermieters Hertz hat am Montag im frühen Handel um knapp 5 % nachgegeben und notierte bei 2,51 US-Dollar – ein neues 52-Wochen-Tief. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der durch eine komplexe Kapitalmarkttransaktion ausgelöst wurde, die Anfang dieser Woche angekündigt worden war.

Konkret belastet die Lieferung von rund 37 Millionen geliehenen Aktien an J. P. Morgan Securities den Kurs. Die Transaktion erfolgt zu einem Preis von 2,70 US-Dollar je Aktie und sollte planmäßig heute abgewickelt werden. Durch diese Aktienleihvereinbarung entsteht ein struktureller Short-Überhang am Markt, der zusätzlichen Verkaufsdruck auf die Aktie ausübt.

Der Konsortialführer J. P. Morgan nutzt die daraus resultierende Short-Position, um Absicherungsgeschäfte für Investoren zu erleichtern. Diese Investoren nehmen an der zeitgleich stattfindenden Emission von umtauschbaren Senior-PIK-Anleihen von Hertz im Wert von 350 Millionen US-Dollar teil, die ebenfalls heute abgeschlossen wird. PIK-Anleihen – sogenannte „Payment-in-Kind"-Anleihen – sind Schuldtitel, bei denen Zinsen nicht in bar, sondern in Form weiterer Anleihen gezahlt werden können, was sie typischerweise mit höherem Risiko verbindet.

Schwacher Gebrauchtwagenmarkt als eigentlicher Auslöser

Die Wurzel der aktuellen Probleme liegt jedoch bereits weiter zurück. Am 24. Juni hatte Hertz vorab bekannt gegeben, dass eine unerwartete Schwäche auf dem Gebrauchtwagenmarkt die Gewinne aus Fahrzeugverkäufen im April in Verluste im Mai verwandelt hatte. Diese Entwicklung trieb die Nettoabschreibung pro Fahrzeugeinheit auf rund 300 US-Dollar pro Monat.

Als direkte Folge dieser operativen Verschlechterung rutschte das bereinigte Konzern-EBITDA für das zweite Quartal an das untere Ende der Prognosespanne von 50 bis 80 Millionen US-Dollar. Das EBITDA – also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – gilt als zentrale Kennzahl zur Beurteilung der operativen Ertragskraft eines Unternehmens.

Die Analysten von J. P. Morgan bestätigten nach dieser Gewinnwarnung ihre Verkaufsempfehlung für die Hertz-Aktie und verwiesen ausdrücklich auf die sich verschlechternde operative Performance des Unternehmens. Die Entscheidung von Hertz, gleichzeitig Kapital über PIK-Anleihen und eine Aktienleihvereinbarung aufzunehmen, wurde am Markt weithin als Zeichen finanzieller Belastung interpretiert.

Hertz schwimmt gegen den Markttrend

Besonders auffällig ist der Kursrückgang vor dem Hintergrund eines insgesamt freundlichen Börsenumfelds. Der breite US-Leitindex S&P 500 legte am selben Tag um 0,7 % zu, der technologielastige Nasdaq gewann sogar 1,2 %. Hertz bewegt sich damit klar gegen den positiven Markttrend – ein deutliches Zeichen dafür, dass die unternehmensspezifischen Belastungen das allgemeine Marktsentiment bei weitem überwiegen.

Für deutsche Privatanleger verdeutlicht der Fall Hertz, wie gefährlich die Kombination aus operativen Problemen und komplexen Kapitalmaßnahmen für eine bereits angeschlagene Aktie sein kann. Der strukturelle Short-Überhang durch die Aktienleihvereinbarung dürfte den Kurs kurzfristig weiter unter Druck halten.

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