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Hims-Aktie springt 52 Prozent nach Wegovy-Deal mit Novo Nordisk

Telemedizin-Anbieter Hims & Hers und Novo Nordisk beenden ihren Rechtsstreit mit einer überraschenden Vertriebsvereinbarung.

Hims-Aktie springt 52 Prozent nach Wegovy-Deal mit Novo Nordisk

Die Aktie von Hims & Hers hat am Montag im vorbörslichen Handel um 51,7 Prozent auf 23,80 US-Dollar zugelegt. Auslöser war eine überraschende Einigung mit dem dänischen Pharmariesen Novo Nordisk, der seine Blockbuster-Medikamente Wegovy und Ozempic künftig über die Plattform des US-Telemedizin-Unternehmens vertreiben will.

Die Vereinbarung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Erst vor rund einem Monat hatte Novo Nordisk eine Patentverletzungsklage gegen Hims eingereicht. Hintergrund war die Einführung einer 49 Dollar teuren Kopie von Novos Abnehmspritze durch Hims, die das Unternehmen nach dem Rechtsstreit wieder vom Markt nahm. Mit dem neuen Deal scheinen beide Seiten einen Schlussstrich unter den Konflikt zu ziehen.

Im Rahmen der Vereinbarung, die noch im März in Kraft tritt, erhalten Hims-Kunden Zugang zu den von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassenen Injektionspräparaten Ozempic und Wegovy sowie zur Wegovy-Pille. Die Medikamente werden zu den offiziellen Selbstzahlerpreisen von Novo Nordisk angeboten. Die in den USA notierten Aktien von Novo Nordisk legten im vorbörslichen Handel ebenfalls zu, allerdings nur um 1,3 Prozent.

Analysten sehen klare Vorteile für Hims

Marktbeobachter reagierten positiv auf die Nachricht. Leerink-Analyst Michael Cherny erklärte, der Deal deute darauf hin, dass Novo Nordisk sein Vertriebsnetz gezielt ausbaue. Die große Reichweite von Hims mache das Unternehmen zu einem attraktiven Kanal, sobald die rechtlichen Fragen vollständig geklärt seien.

Für Hims bedeutet die Einigung vor allem die Vermeidung eines langwierigen und kostspieligen Rechtsstreits. Analysten bezeichneten die Entwicklung als überraschend, aber eindeutig positiv für das Telemedizin-Unternehmen. Ohne den Deal hätte Hims einem juristischen Kräftemessen mit einem der mächtigsten Pharmaunternehmen der Welt gedroht.

Margen dürften unter Druck geraten

Die finanziellen Auswirkungen für Hims bleiben jedoch ambivalent. Zwar würde der Verkauf der Novo-Markenprodukte den Umsatz steigern, die Margen dürften jedoch deutlich geringer ausfallen als beim Verkauf der selbst hergestellten Rezepturpräparate. Hims verdiente bislang deutlich mehr an den günstigeren Eigenproduktionen.

Der Hintergrund des Streits spiegelt einen breiteren Konflikt in der US-Pharmawelt wider. Novo Nordisk kämpft seit Monaten gegen Telemedizin-Anbieter, die günstigere, in Apotheken hergestellte Nachahmerversionen seiner Adipositas-Behandlungen vertreiben. Bereits im vergangenen Jahr hatte Novo eine kurzlebige Vertriebsvereinbarung mit Hims aufgekündigt, nachdem das Unternehmen weiterhin Wegovy-Kopien verkaufte und aggressive Marketingtaktiken einsetzte. Der neue Deal markiert nun offenbar einen Neustart der Beziehung unter veränderten Bedingungen.

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