Höchststand bei beruflichen Fehlzeiten
AOK-Studie zeigt dramatischen Anstieg durch Pandemie

Berufliche Fehlzeiten in Deutschland erreichen laut dem neuesten Fehlzeitenreport der AOK einen neuen Höchststand. Die Krankenkasse ermittelte, dass im vergangenen Jahr insgesamt 216,6 Krankmeldungen je 100 erwerbstätiger Versicherten verzeichnet wurden. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2012 bis 2021 waren es durchschnittlich 159,7 Fälle.
Ein Hauptgrund für diese erhebliche Zunahme von mehr als 30 Prozent ist der Anstieg von Atemwegserkrankungen, insbesondere im Kontext der Corona-Pandemie. In 2022 resultierten aus diesen Erkrankungen alleine 86,5 Krankschreibungen je 100 Versicherten, wohingegen im vorherigen Jahr nur 36,3 Fälle festgestellt wurden. Auch die Arbeitsunfähigkeitsquote erhöhte sich von einem Durchschnitt von 5,4 Prozent in 2020 und 2021 auf 6,7 Prozent im letzten Jahr. Trotz der hohen Werte in der ersten Jahreshälfte 2023, wurde eine Abnahme ab April verzeichnet. Allerdings stellt sich die Frage, wie sich die Fehlzeiten im weiteren Verlauf des Jahres, besonders vor dem Hintergrund steigender Covid-19-Infektionen und der üblichen Hochphase von Atemwegserkrankungen, entwickeln werden.
Ein weiterer alarmierender Trend ist der Anstieg der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen. Seit 2012 sind diese um beeindruckende 48 Prozent gestiegen. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Mitarbeiter aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, wo 14 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Probleme anfallen. Auch in anderen Branchen wie Erziehung, Unterricht und dem öffentlichen Sektor sind hohe Raten festzustellen. Die AOK-Studie zeigte zudem, dass viele Arbeitnehmer über psychische Belastungen klagen. Dabei gaben 78 Prozent der Befragten Erschöpfung an, gefolgt von Wut und Verärgerung (75 Prozent) sowie Lustlosigkeit (66 Prozent). Obwohl diese Werte im Vergleich zur Hochphase der Pandemie leicht zurückgegangen sind, liegen sie immer noch über den Werten vor der Pandemie.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus geht die psychische Belastung oft mit Veränderungen und Unsicherheiten am Arbeitsplatz einher. Fast die Hälfte der Beschäftigten gab an, starke Veränderungen im Unternehmen zu bemerken. Diese Veränderungen werden sowohl mit der Pandemie als auch mit technologischen Entwicklungen in Verbindung gebracht. Die Untersuchung zeigt jedoch auch eine positive Seite: Unternehmen, die als "zukunftsfähig" betrachtet werden, weisen weniger Fehlzeiten auf. Beschäftigte solcher Unternehmen waren in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich 11,6 Tage krank. Im Gegensatz dazu waren es bei Unternehmen, die in Bezug auf ihre Zukunftsfähigkeit schlechter bewertet wurden, durchschnittlich 16,2 Tage. Es wird deutlich, dass das Arbeitsumfeld und die Wahrnehmung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter haben können.

