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Hongkong behauptet sich als globales Finanzzentrum trotz Turbulenzen

Auf der Resourcing Tomorrow Hong Kong präsentierte sich die Sonderverwaltungszone als widerstandsfähiger Brückenkopf zwischen Ost und West.

Hongkong behauptet sich als globales Finanzzentrum trotz Turbulenzen

Hongkong festigt seine Rolle als internationaler Finanzplatz und „Super-Connector" zwischen China und den globalen Märkten – trotz anhaltender geopolitischer Spannungen. Das betonte Joseph Chan, Unterstaatssekretär für Finanzen der Sonderverwaltungszone, zur Eröffnung der Konferenz Resourcing Tomorrow Hong Kong. Die Veranstaltung brachte rund 300 Teilnehmer zusammen, davon etwa 40 Prozent aus mehr als 20 Ländern außerhalb Chinas und Hongkongs.

Chan verwies auf aktuelle Ranglisten, die Hongkongs Stärke belegen: Im Global Financial Centres Index belegt die Stadt weiterhin den dritten Platz weltweit und den ersten Platz in Asien. In den Kategorien Fintech, Bankwesen, Finanzwesen und Versicherungswesen erreichte Hongkong jeweils den ersten Rang, im Investmentmanagement den zweiten Platz. „Diese Ergebnisse bestätigen die Führungsrolle Hongkongs und die Breite unserer Stärken als internationaler Finanzplatz", sagte Chan.

Der durchschnittliche Tagesumsatz von Hongkonger Aktien stieg im ersten Quartal auf fast HK$276 Milliarden – ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Diese starke Performance unterstreicht die Widerstandsfähigkeit und die anhaltende Bedeutung Hongkongs als globales Finanzzentrum, insbesondere in Zeiten der Unsicherheit", erklärte Chan. „Während geopolitische Spannungen weiterhin Auswirkungen auf Lieferketten, Energiemärkte und das Vertrauen der Anleger weltweit haben, hat Hongkong eine bemerkenswerte Stabilität bewiesen."

Bergbau-Kapitalmarkt auf Zehnjahreshoch

Johnson Chui, Leiter der Global Issuer Services bei Hong Kong Exchanges and Clearing (HKEX), lieferte beeindruckende Zahlen zum Kapitalmarkt. Die Emission von Aktien im Metall- und Bergbausektor über die Hongkonger Börse erreichte im Jahr 2025 mit 9,5 Milliarden US-Dollar ein Zehnjahreshoch. Im ersten Quartal 2026 wurden weitere 3,6 Milliarden US-Dollar am Eigenkapitalmarkt sowie 163 Millionen US-Dollar aus Börsengängen eingesammelt – nach einem Rekordwert von 5,4 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Besonders auffällig: Die diesjährigen IPO-Emittenten legten seit ihrer Notierung im Durchschnitt um 311 Prozent zu. Die Hongkonger Börse verzeichnete bereits sieben Eigenkapitaltransaktionen von jeweils über einer Milliarde US-Dollar und bleibt mit einem Gesamtvolumen von 13,9 Milliarden US-Dollar der weltweit führende IPO-Markt. „Das Marktfenster ist trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit offen geblieben", sagte Chui. Die IPO-Aktivität im ersten Quartal 2026 wurde dabei unter anderem durch das Entstehen der KI-Wertschöpfungskette seit Ende 2025 beeinflusst.

Die Konferenz wurde zudem mit einer bedeutenden Branchennachricht eröffnet: Der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology Ltd (CATL) stellt 4,4 Milliarden US-Dollar für seinen verstärkten Bergbau-Investmentarm bereit – ein Signal für das wachsende Interesse der Industrie an Rohstoffinvestitionen.

Hongkong als aufstrebender Gold-Hub

Ein zentrales Thema der Konferenz war Hongkongs Ambitionen im Goldmarkt. Chan kündigte an, dass das zentrale Clearingsystem für Gold noch in diesem Jahr den Testbetrieb aufnehmen soll. Das staatliche System soll effiziente und zuverlässige Clearingdienste für Goldtransaktionen nach internationalen Standards bieten.

Parallel dazu wird die physische Infrastruktur ausgebaut: In Partnerschaft mit der Airport Authority Hong Kong und Finanzinstituten soll die Goldlagerkapazität innerhalb der nächsten drei Jahre auf über 2.000 Tonnen erhöht werden. Im Januar 2025 wurde Hongkong von der London Metal Exchange (LME) als zugelassener Lieferort anerkannt. Seit März sind 15 von der LME zugelassene Lagerhäuser in Betrieb, in denen derzeit rund 24.000 Tonnen LME-registrierter Metalle verbrieft sind.

Auch auf der Produktseite tut sich einiges: Vor zwei Jahren wurde in Hongkong das erste tokenisierte Gold-Anlageprodukt für Privatanleger emittiert. In diesem Jahr wurde ein neuer Gold-Exchange Traded Fund mit 100-prozentiger lokaler Lagerung und physischen Rückgabemöglichkeiten eingeführt. „Diese Produktangebote werden die Sicherheit von physischem Gold mit größerer Liquidität und Zugänglichkeit für Anleger verbinden", so Chan.

Steuerliche Anreize für Rohstoffhändler

Um weitere Marktteilnehmer anzuziehen, plant die Hongkonger Regierung gezielte steuerliche Maßnahmen. Im Haushalt 2026-27 wurden Steueranreize für Institutionen im Goldhandel und in der Goldabwicklung angekündigt. Darüber hinaus sollen steuerliche Vorzugsregelungen für Fonds und Single-Family-Offices auf Edelmetalle ausgeweitet werden. Für Rohstoffhändler, die Unternehmen in Hongkong gründen, sind Steuervergünstigungen zum halben Satz vorgesehen – die entsprechenden Gesetzesänderungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2026 eingebracht werden.

Chan betonte die Relevanz dieser Maßnahmen für die Bergbaugemeinschaft: „Da viele von Ihnen Gold- und Rohstoffprojekte auf der ganzen Welt erkunden und entwickeln, kann ein robuster, transparenter und international vernetzter Handelsplatz in Hongkong verbesserte Finanzierungskanäle, effektive Risikomanagement-Tools und breitere Investitionsmöglichkeiten bieten." Hongkong positioniert sich damit nicht nur als Finanzbrücke zwischen Ost und West, sondern auch als strategischer Knotenpunkt für die globale Rohstoffwirtschaft.

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