Humana hält Gewinnprognose unverändert – Aktie bricht ein
Der US-Krankenversicherer enttäuscht die Wall Street mit stagnierendem Jahresausblick und verliert im Vormittagshandel rund 5 Prozent.

Humana hat am Mittwoch zum zweiten Quartal in Folge seine Prognose für den bereinigten Jahresgewinn unverändert gelassen. Die Wall Street reagierte enttäuscht: Die Aktie des US-Krankenversicherers fiel im Vormittagshandel um rund 5 Prozent. Dabei hatten viele Anleger nach starken Ergebnissen der Wettbewerber auf eine Anhebung des Ausblicks gehofft.
Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für den bereinigten Jahresgewinn pro Aktie von mindestens 9,00 US-Dollar. Gleichzeitig senkte Humana jedoch seine Prognose für den Nettogewinn je Aktie von zuvor mindestens 8,36 US-Dollar auf nun mindestens 6,52 US-Dollar. Diese Kombination aus unverändertem bereinigtem Ausblick und gesenkter Nettogewinnprognose sorgte für Ernüchterung an den Märkten.
Hohe Erwartungen nach starken Wettbewerberzahlen
Der Druck auf Humana entstand nicht zuletzt durch die Konkurrenz: Wettbewerber wie UnitedHealth hatten zuletzt starke Trends bei Medicare-Advantage-Plänen sowie ein verbessertes Kostenmanagement gemeldet und ihre Prognosen angehoben. Dies hatte die Erwartungen der Anleger an die gesamte Branche deutlich erhöht. „Angesichts des deutlichen Kursanstiegs der Aktie in den letzten Monaten in Kombination mit den starken Medicare-Advantage-Ergebnissen der Wettbewerber glauben wir, dass die Ergebnisse wahrscheinlich hinter den hohen Erwartungen der Anleger zurückgeblieben sind", kommentierte Andrew Mok, Analyst bei Barclays.
Tatsächlich hatte die Humana-Aktie laut LSEG-Daten in den vergangenen drei Monaten um rund 60 Prozent zugelegt – eine Kursrally, die entsprechend hohe Erwartungen an die Quartalsergebnisse geschürt hatte. Der moderate Gewinnanstieg und der unveränderte Jahresausblick reichten nicht aus, um diese Erwartungen zu erfüllen.
Beim bereinigten Quartalsgewinn je Aktie konnte Humana jedoch positiv überraschen: Das Unternehmen erzielte 7,61 US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 7,22 US-Dollar deutlich. Auch die vierteljährliche medizinische Kostenquote (Medical Cost Ratio) – also der Prozentsatz der Prämien, der für die medizinische Versorgung ausgegeben wird – lag mit 91,2 Prozent im Rahmen der Erwartungen. Analysten hatten laut LSEG-Daten mit 91,19 Prozent gerechnet.
Wachstum bei Medicare-Advantage trotz Branchendruck
Humana ist einer der größten Anbieter von Medicare-Advantage-Plänen in den USA. Diese privat verwalteten Krankenversicherungspläne richten sich an Personen ab 65 Jahren sowie an Menschen mit Behinderungen. Seit drei Jahren steht das Segment unter erheblichem Druck: Steigende medizinische Kosten und knappere Erstattungssätze haben dazu geführt, dass sich einige Versicherer aus schwächelnden Märkten zurückgezogen haben.
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Zur AktienanalyseWährend Wettbewerber ihr Engagement im Medicare-Advantage-Markt reduzierten, baute Humana seine Mitgliederzahlen weiter aus. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg der Mitgliederzahlen in seinen individuellen Medicare-Advantage-Plänen um beachtliche 23 Prozent. CEO Jim Rechtin zeigte sich zuversichtlich: „Es wird erwartet, dass unser Mitgliederwachstum unsere Fähigkeit weiter stärkt, das Ertragspotenzial des Unternehmens zu erschließen."
Darüber hinaus berichtete Humana von guten Fortschritten bei den sogenannten Star-Ratings. Diese Bewertungen werden von der US-amerikanischen Medicare-Behörde auf einer Skala von einem bis fünf Sternen vergeben und sind direkt an Bonuszahlungen für die Versicherer gekoppelt. Bessere Star-Ratings können damit einen erheblichen Einfluss auf die künftige Ertragslage des Unternehmens haben.
Für Anleger bleibt die Situation bei Humana damit zweigeteilt: Einerseits überzeugen das starke Mitgliederwachstum und der besser als erwartete Quartalsgewinn. Andererseits enttäuscht der unveränderte Jahresausblick in einem Marktumfeld, in dem die Konkurrenz die Messlatte zuletzt deutlich höher gelegt hat.


