Humanoide Roboter halten Einzug in Schaeffler-Fabrik in USA
Im südkarolinischen Cheraw arbeitet erstmals ein humanoider Roboter in einem Autoteilewerk des deutschen Zulieferers Schaeffler.

In einer Fabrik des deutschen Automobilzulieferers Schaeffler im amerikanischen Cheraw, South Carolina, verrichtet ein humanoider Roboter seine Arbeit – und sorgt damit für Aufsehen weit über die Kleinstadt hinaus. Mit vorsichtigen Schritten bewegt sich die Maschine über den Metallboden der Produktionshalle, die vierfingrigen Hände auf Brusthöhe gehoben. Ziel ist ein 25-Pfund-Korb mit Lagerkomponenten, frisch aus einer Stanzpresse.
Der Roboter öffnet seine klauenartigen Finger, greift den Korb behutsam an den Rändern und trägt ihn zu einem Förderband. Dieses befördert die Bauteile anschließend durch eine industrielle Waschanlage. Rund eine Minute nach dem ersten Griff kehrt die Maschine zur Palette zurück, um den nächsten Korb zu holen – Korb für Korb, acht Stunden am Tag.
Monotone Schwerstarbeit als Einsatzfeld
Der Einsatz humanoider Roboter in der Industrie konzentriert sich bislang vor allem auf repetitive und körperlich belastende Aufgaben, die für menschliche Arbeitskräfte wenig attraktiv sind. Genau hier setzt Schaeffler an: Das Tragen schwerer Körbe in gleichbleibender Wiederholung gilt als ideales Pilotfeld für diese neue Generation von Maschinen. Der Zulieferer, dessen Aktie zuletzt um 0,27 Prozent zulegte, gehört damit zu den frühen Anwendern dieser Technologie in der Serienproduktion.
Für die deutsche Industrie ist der Schritt von Schaeffler ein Signal. Der Herzogenauracher Konzern, bekannt für Wälzlager und Antriebskomponenten, erprobt in den USA, was bald auch in europäischen Werken Standard werden könnte. Humanoide Roboter unterscheiden sich von klassischen Industrierobotern durch ihre menschenähnliche Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit – sie benötigen keine speziell umgebaute Produktionsumgebung.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseTechnologie auf dem Vormarsch
Die Robotik-Branche erlebt derzeit einen Entwicklungsschub: Unternehmen wie Figure AI, Agility Robotics oder Unitree bringen immer ausgefeiltere humanoide Systeme auf den Markt. Für Automobilzulieferer wie Schaeffler eröffnet das neue Möglichkeiten, dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen und Produktionskosten zu senken. Der Standort Cheraw steht damit exemplarisch für einen Wandel, der die gesamte Fertigungsindustrie erfassen dürfte.


