Huthis greifen saudi-arabische Tanker an – Rotes Meer als neues Nadelöhr
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen melden Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben am Donnerstag militärische Angriffe auf zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer gemeldet. Die Gruppe bezeichnete die Attacken als Teil einer erklärten Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Damit rückt ein zweites strategisches Nadelöhr für die weltweite Ölversorgung in den Fokus – diesmal an der Meerenge Bab al-Mandab im Süden der Arabischen Halbinsel.
Die Huthis erklärten, ihre Streitkräfte hätten Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei saudi-arabische Öltanker durchgeführt, die sie als die „Encelia" und die „Layla" identifizierten. Eine Quelle für maritime Sicherheit bestätigte, dass die „Encelia" einen Notruf abgesetzt habe, nachdem sie am späten Mittwoch nahe dem saudi-arabischen Hafen Jizan von einer Rakete getroffen worden sei. Die britische Risikomanagement-Gruppe Vanguard präzisierte, der unter saudi-arabischer Flagge fahrende Tanker sei etwa 70 Seemeilen südwestlich von Al-Shuqaiq von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Angriff auf die „Layla" blieb hingegen unbestätigt.
Bereits am Montag hatten die im Jemen ansässigen Militanten eine formelle Seeblockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen. Analysten bewerten dies als taktisches Manöver des Irans, um sich ein zusätzliches Druckmittel im laufenden Konflikt zu verschaffen. Die Huthis kontrollieren Gebiete nahe der Meerenge Bab al-Mandab – dem entgegengesetzten Ende der Arabischen Halbinsel zur Straße von Hormus.
Tanker weichen aus – Lieferketten unter Druck
Die Reaktion der Schifffahrt ließ nicht lange auf sich warten: Fünf Tanker änderten am Mittwoch im Roten Meer ihren Kurs, um die Meerenge Bab al-Mandab zu meiden. Drei weitere, mit saudi-arabischem Öl für China und Indien beladene Tanker kehrten bereits am Dienstag um. Dies zeigt, wie unmittelbar die Drohungen den internationalen Schiffsverkehr beeinflussen.
Millionen Barrel saudi-arabischen Öls pro Tag wurden zuletzt zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportiert, um die durch den Iran blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Falls die Lieferungen nun auch die südliche Meerenge des Roten Meeres nicht mehr passieren können, bleibt nur die nördliche Route durch den Suezkanal. Diese Umleitung verlängert die Reisezeit um Wochen und erhöht die Transportkosten erheblich – mit direkten Folgen für die globalen Energiepreise.
Die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hatte bereits vor den neuen Drohungen im Roten Meer die weltweite Inflation angeheizt, die Ölpreise in die Höhe getrieben und US-Benzinverbraucher belastet. Der Konflikt setzt zudem Trumps republikanische Verbündete vor den Kongresswahlen im November unter Druck.
US-Militär fliegt zwölfte Angriffsnacht in Folge
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Zur AktienanalyseDas US-Militär teilte am Mittwoch mit, auf Anweisung von Präsident Donald Trump eine neue Runde von Angriffen auf den Iran gestartet zu haben – die zwölfte aufeinanderfolgende Nacht amerikanischer Attacken. Trump hatte zuvor geschworen, jedes Mal eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zu zerstören, wenn der Iran in der Straße von Hormus auf ein Schiff schießt.
Das gemeinsame Militärkommando des Irans warnte seinerseits, dass iranische Streitkräfte regionale Öl-, Gas-, Strom- und Wirtschaftsinfrastrukturen angreifen und den Export von „auch nur einem einzigen Tropfen" Öl verhindern könnten. Die gegenseitigen Drohungen verdeutlichen, wie stark sich der Konflikt ausgeweitet hat.
Aktuelle und ehemalige US-Beamte warnen, dass die Huthi-Drohung einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien den Krieg erheblich ausweiten und das US-Militär überlasten könnte. Die Kombination aus einer blockierten Straße von Hormus und einem unter Druck stehenden Roten Meer stellt die globale Energieversorgung vor eine historische Belastungsprobe – mit unmittelbaren Konsequenzen für Ölpreise, Lieferketten und die Weltwirtschaft.


