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Hypothekenzinsen sinken nach kriegsbedingtem Höchststand wieder leicht

Große Kreditgeber wie Halifax, HSBC und Santander senken die Zinsen für Neuabschlüsse – Erstkäufer atmen auf, doch die Lage bleibt fragil.

Hypothekenzinsen sinken nach kriegsbedingtem Höchststand wieder leicht

Führende Hypothekengeber nehmen „signifikante" Senkungen der Zinssätze für Neuabschlüsse vor. Damit erhalten Erstkäufer, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges besonders hart getroffen wurden, etwas Erleichterung. Die Geldmärkte reagieren auf Hoffnungen über einen langfristigen Waffenstillstand, sodass der zuletzt rasante Anstieg der Kreditkosten zum Stillstand gekommen ist und sich nun langsam umzukehren beginnt.

Der Durchschnittszins für ein zweijähriges Festzinsangebot lag zu Beginn des Konflikts bei 4,83 Prozent, stieg laut dem Finanzinformationsdienst Moneyfacts jedoch auf einen Höchststand von 5,90 Prozent. Inzwischen ist dieser Wert auf 5,87 Prozent gesunken. Experten erwarten, dass weitere Kreditgeber den jüngsten Zinssenkungen folgen werden, was das Niveau potenziell weiter nach unten drücken könnte – allerdings nicht auf das Niveau vor dem Krieg.

Wie die Märkte auf den Krieg reagiert haben

Bei der Festlegung der Hypothekenzinsen orientieren sich Kreditgeber stark an sogenannten „Swap-Sätzen" – einer Finanzmarkt-Kennzahl, die die Markteinschätzung zur künftigen Entwicklung der Leitzinsen der Bank of England widerspiegelt. Hoffnungen auf ein Ende des Krieges oder zumindest einen vorübergehenden Waffenstillstand haben die Sorgen vor einer unkontrollierten Inflation gemildert und die Markterwartungen bezüglich Zinserhöhungen der Zentralbank gesenkt, was zu niedrigeren Swap-Sätzen geführt hat.

Adam French von Moneyfacts betonte die Bedeutung der Lage im Nahen Osten: „Die Märkte haben die gemeldete Wiedereröffnung der Straße von Hormus begrüßt. Dies bestärkt die Ansicht, dass die Hypothekenpreise ihren Höhepunkt erreicht haben könnten." Er warnte jedoch zugleich: „Die jüngste Volatilität zeigt, wie schnell sich die Preisgestaltung wieder ändern kann."

Aaron Strutt vom Maklerunternehmen Trinity Financial sieht eine positive Entwicklung: „Die Preissenkungen gewinnen an Dynamik. Diese Zinsänderungen werden für viele Kreditnehmer, die bald den Einstieg in den Immobilienmarkt suchen, eine Erleichterung sein."

Erstkäufer unter enormem Druck

Wie groß der Druck auf Erstkäufer ist, zeigt das Beispiel von Amy Worrell (26) und ihrem Freund Tommy Adeyemi (30) aus Hertfordshire. Die beiden kaufen gemeinsam ihr erstes Eigenheim, nachdem sie fünf Jahre lang hart gespart haben. Innerhalb weniger Tage stieg der Hypothekenzins, den sie voraussichtlich erhalten hätten, scharf an. Nun hoffen sie, dass dieser wieder sinken könnte, bevor sie ihren Einzug finalisieren.

„Das macht einen gewaltigen Unterschied", sagte Amy. „Wir mussten unsere Hypothekenlaufzeit bereits um fünf Jahre auf 40 Jahre verlängern." Beide haben gute Jobs, leben aber noch bei ihren Eltern, um hohe Mieten zu vermeiden. Amy fährt an fünf Tagen in der Woche zur Arbeit als stellvertretende Gebäudemanagerin und kämpft zusätzlich mit den kriegsbedingt höheren Benzinpreisen.

„Ein Eigenheim zu besitzen, sollte kein Luxus sein", sagte sie. „Ich mache mir Sorgen, wie jemand, der im Supermarkt arbeitet, jemals ein Haus bekommen soll." Offizielle Daten des Office for National Statistics zeigten, dass zwei Drittel (67 Prozent) der Erwachsenen im März von gestiegenen Lebenshaltungskosten berichteten, wobei Kraftstoffe und Lebensmittel die Hauptfaktoren waren.

Expertenrat: Jetzt handeln oder weiter warten?

Jo Jingree vom Beratungsunternehmen Mortgage Confidence rät zur Vorsicht: „Jeder, der in den letzten ein oder zwei Wochen einen Zinssatz gesichert hat, könnte diesen jetzt eventuell noch verbessern. Für alle, die auf Senkungen gewartet haben, könnte jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, sich einen Zinssatz zu sichern." Sie betonte jedoch: „Obwohl die Chance besteht, dass die Zinssenkungen anhalten, ist die Lage alles andere als stabil, und weiteres Warten könnte ein Risiko darstellen."

Katrina Horstead, Direktorin von Versed Financial, empfahl Erstkäufern konkrete Maßnahmen:

  • Sich weniger darauf zu konzentrieren, den richtigen Zeitpunkt am Markt abzuwarten, sondern mehr darauf, was erschwinglich und nachhaltig ist
  • Zu prüfen, wie das eigene Budget reagieren würde, falls die Zinsen erneut steigen sollten
  • Sich frühzeitig beraten zu lassen, um bei sich bietenden Gelegenheiten souverän agieren zu können

Obwohl es etwa 1.000 Hypothekenangebote weniger auf dem Markt gibt als vor dem Krieg, stehen immer noch Tausende zur Auswahl. Kreditgeber bieten Erstkäufern zudem größere Darlehenssummen an als zuvor. Für Kreditnehmer mit laufenden Festzinshypotheken ändert sich der Zinssatz erst nach Ablauf der Zinsbindung – in der Regel nach zwei oder fünf Jahren –, wenn ein neues Angebot zur Anschlussfinanzierung gewählt wird.

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