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iBonds-ETFs: Innovative Anleiheinvestitionen im Fokus

Chancen und Risiken der festen Laufzeit – Eine neue Ära für Anleger

iBonds-ETFs: Innovative Anleiheinvestitionen im Fokus

Seit drei Monaten sind sie auch in Europa verfügbar: iBonds-ETFs, eine innovative Form der börsengehandelten Indexfonds für Anleihen, die von Blackrock angeboten werden. Diese neuen Fonds haben bereits eine beachtliche Summe von einer Milliarde Euro in Europa eingesammelt. Sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren wie Versicherer und Pensionskassen zeigen großes Interesse an diesen Produkten.

Was macht die iBonds-ETFs so besonders? Ihr herausragendes Merkmal ist ihre feste Laufzeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen ETFs erhalten Anleger ihr eingesetztes Kapital an einem bestimmten Stichtag zurück. Besonders beliebt sind in Deutschland die iBonds-ETFs, die in Euro-Unternehmensanleihen investieren und Renditen von knapp vier Prozent in Aussicht stellen. Sie kombinieren die kalkulierbaren Renditen von Einzelanleihen mit der breiten Streuung und den geringen Gebühren von ETFs.

Trotz der verlockenden Aussichten sollten Anleger jedoch beachten, dass die Geldanlage über iBonds-ETFs nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Das Handelsblatt erläutert, worauf man achten sollte.

Die Funktionsweise von Anleihen: Die Zinswende hat Anleihen attraktiver gemacht, da die Renditen gestiegen sind. Hierbei bezieht sich Rendite auf den Ertrag, den Anleger erwarten können, wenn sie Anleihen kaufen und bis zur Fälligkeit halten. Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, wobei die Renditen steigen, wenn die Kurse fallen, und umgekehrt. Dies liegt daran, dass die Zinszahlungen der Anleihen konstant bleiben und sich auf den Nominalwert von 100 Prozent am Ende der Laufzeit beziehen.

Anleger erhalten 100 Prozent ihres Kapitaleinsatzes zurück, vorausgesetzt der Schuldner geht nicht pleite. Anleger, die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, müssen sich daher keine Gedanken über zwischenzeitliche Kursschwankungen machen. Sie erhalten die Rendite, die sie zum Zeitpunkt des Kaufs abgeschlossen haben. Dies gilt jedoch nur, wenn der Schuldner zahlungsfähig bleibt.

Viele Unternehmensanleihen sind jedoch nur für professionelle Investoren zugänglich und erfordern Mindestanlagesummen von 100.000 Euro. Zudem ist der Handel mit Unternehmensanleihen an der Börse nicht besonders liquide. Institutionelle Investoren handeln Anleihen über Broker und elektronische Handelsplattformen.

Die Funktionsweise der iBonds-ETFs: Die iBonds-ETFs für Euro-Unternehmensanleihen kosten derzeit etwas mehr als fünf Euro pro Anteil und haben Laufzeiten von zwei, drei, vier oder fünf Jahren. Sie investieren in etwa 300 bis 350 verschiedene Anleihen. Die Grundlage für diese ETFs sind Indizes, die Blackrock bei den Datenanbietern MSCI und Bloomberg in Auftrag gegeben hat. In diesen Indizes sind nur Anleihen von Unternehmen und Banken enthalten, deren Bonität von den großen Ratingagenturen als solide mit Bonitätsnoten im Investmentgrade eingestuft wird. Zusätzlich müssen die Unternehmen bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Die meisten Veränderungen in den ETFs treten auf, wenn diese sich ihrem Laufzeitende nähern. Dies liegt daran, dass viele Anleihen im Index und in den ETFs schon vor der offiziellen Fälligkeit zurückgezahlt werden. Zudem kann es vorkommen, dass einige Unternehmen Anleihen vor der Fälligkeit zurückzahlen.

Im Fall von vorzeitig auslaufenden Anleihen werden die Mittel in kurzlaufende deutsche oder französische Staatsanleihen reinvestiert. Die genauen Renditen dieser Anleihen sind zum jetzigen Zeitpunkt schwer vorhersehbar.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Rendite bei iBonds-ETFs nicht so genau kalkulierbar ist wie bei Einzelanleihen. Dies liegt daran, dass sich das Portfolio der ETFs im Laufe der Zeit ändern kann. Ratingherabstufungen oder Zahlungsausfälle von Emittenten können die Rendite beeinflussen und zu Preisvolatilität führen.

Insgesamt bieten die iBonds-ETFs eine breite Streuung und niedrige Gebühren im Vergleich zu aktiv gemanagten Anleihefonds. Sie sind jedoch mit gewissen Risiken verbunden, die Anleger im Auge behalten sollten. Trotzdem haben sie das Potenzial, eine interessante Option für Anleger zu sein, die nach Rendite suchen und gleichzeitig Diversifikation und Liquidität wünschen. In den USA sind iBonds-ETFs bereits seit 2010 verfügbar und haben dort ein beträchtliches Anlagevolumen von über 25 Milliarden Dollar angezogen.

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