IBM-Aktie bricht um 25 Prozent ein – historischer Kurssturz
Eine Gewinnwarnung und schwache Nachfrage nach dem KI-Mainframe z17 lösen den größten Intraday-Verlust in IBMs Unternehmensgeschichte aus.

Die Aktie von International Business Machines (IBM) ist im morgendlichen Handel um bis zu 25 Prozent eingebrochen – der größte prozentuale Intraday-Verlust in der gesamten Unternehmensgeschichte. Auslöser war eine Gewinnwarnung, in der IBM eine Verschiebung der Kundenausgaben von Software hin zu KI-Hardware und Speicherchips als Hauptgrund nannte. Der Konzern räumte ein, nicht schnell genug auf die sich verändernden Marktbedingungen reagiert zu haben.
IBM-Vorstandschef Arvind Krishna wandte sich in einem Brief direkt an die Investoren und machte die Schwäche in der Infrastruktursparte als zentrales Problem aus. Die Nachfrage nach dem z17 – dem Flaggschiff-Mainframe des Unternehmens, der eigens für das KI-Zeitalter konzipiert wurde – blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Schwäche in diesem Bereich sei „schlimmer als erwartet" ausgefallen, so Krishna.
Infrastrukturumsatz bricht stärker ein als prognostiziert
Das Unternehmen revidierte seine Prognose für den Infrastrukturumsatz deutlich nach unten. Statt eines Rückgangs im niedrigen einstelligen Bereich erwartet IBM nun ein Minus von 7 Prozent. Auch das Software- und Infrastrukturgeschäft insgesamt blieb im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Für Anleger, die auf eine erfolgreiche KI-Transformation des traditionsreichen Technologiekonzerns gesetzt hatten, ist dies ein herber Rückschlag.
Der Hintergrund des Einbruchs ist eng mit dem rasanten Aufstieg der Künstlichen Intelligenz verknüpft. Die sprunghafte Nachfrage nach KI-Systemen überraschte die gesamte Halbleiterbranche – insbesondere bei Komponenten für High-Bandwidth Memory (DRAM) und Kurzzeit-Flash-Speicher (NAND). Der daraus resultierende Kapazitätsengpass ließ die Preise für eine breite Palette von Produkten innerhalb kurzer Zeit um 20 bis 40 Prozent ansteigen – von Laptops und Spielekonsolen bis hin zu KI-Rechenzentrumsservern.
Banken als Kernzielgruppe besonders betroffen
Für IBM ist diese Entwicklung besonders schmerzhaft, da Banken und Finanzinstitute zu den wichtigsten Kunden des Unternehmens zählen. Genau diese Großkunden sind besonders anfällig für Schwankungen bei Chippreisen, weil sie enorme Mengen an Rechenleistung von Cloud-Anbietern beziehen, um ihre internen Anwendungen zu betreiben. Steigen die Chippreise, erhöhen sich damit auch die Betriebskosten dieser Kunden – was Investitionen in neue IBM-Infrastruktur bremst.
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Zur AktienanalyseDer Preisdruck durch den Speicherchip-Engpass macht auch vor Verbraucherprodukten nicht halt. Apple-CEO Tim Cook erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass Preiserhöhungen für seine Geräte – einschließlich des iPhone – unvermeidlich seien. „Das Angebot ist geringer in einer Zeit, in der die Verbraucher Geräte nachfragen, und die Speicherhersteller geben massive Preiserhöhungen weiter", sagte Cook in einem exklusiven Interview.
Der historische Kurseinbruch bei IBM verdeutlicht, wie tiefgreifend der KI-Boom die gesamte Technologiebranche umstrukturiert. Unternehmen, die nicht schnell genug auf den Wandel von klassischer Software-Infrastruktur hin zu KI-optimierter Hardware reagieren, geraten unter massiven Druck – selbst wenn sie wie IBM seit Jahrzehnten zu den etabliertesten Namen der Branche gehören.


