IEA: Globale Ölnachfrage wächst 2026 deutlich langsamer
Internationale Energieagentur senkt Prognose auf 850.000 Barrel pro Tag – Angebotsüberschuss erwartet

Die weltweite Ölnachfrage wird im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich langsamer steigen als bisher angenommen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das jährliche Nachfragewachstum moderat auf 850.000 Barrel pro Tag (bpd) nach unten korrigiert. Als Gründe nennt die Behörde höhere Rohölpreise und anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten.
Gleichzeitig verzeichnete das globale Ölangebot im Januar einen deutlichen Rückgang. Die Förderung sank auf 106,6 Millionen Barrel pro Tag – ein Minus von 1,2 Millionen bpd gegenüber Dezember. Verantwortlich dafür waren extreme Winterstürme in den USA, ein Ausfall im kasachischen Tengiz-Ölfeld sowie Exportbeschränkungen bei wichtigen Produzenten wie Russland und Venezuela.
Besonders gravierend war der Produktionsrückgang in Russland, wo die Förderung um 350.000 bpd einbrach. Dies spiegelt den zunehmenden Sanktionsdruck der USA und der EU im Zuge des Ukraine-Konflikts wider. Auch Venezuela musste Einbußen hinnehmen, wobei sich die Lage dort nach einer Lockerung der US-Exportrestriktionen wieder verbessern dürfte.
Angebotsüberschuss trotz gedämpfter Nachfrage
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die IEA einen Anstieg der Ölförderung um 2,4 Millionen bpd auf 108,6 Millionen bpd. Dieser Zuwachs verteilt sich gleichmäßig auf OPEC-Mitglieder und Produzenten außerhalb der Organisation. Im Vorjahr war das weltweite Angebot noch um fast 3,1 Millionen bpd gestiegen.
Trotz der erwarteten Abkühlung der Nachfrage rechnet die IEA mit einem erheblichen globalen Angebotsüberschuss im Jahr 2026. Dieser Trend besteht bereits seit April 2025, als die OPEC und ihre Verbündeten nach einer langen Phase von Produktionskürzungen begannen, die Fördermengen wieder anzuheben. Auch die US-Produktion ist sukzessive gestiegen.
Geopolitische Spannungen belasten Ölpreise
Die Verknappung des Angebots sowie die Spannungen zwischen den USA und dem Iran führten im Januar zu einem Anstieg der Referenzölpreise um 10 Dollar pro Barrel. Zu Beginn des Monats gaben die Preise zwar aufgrund von Berichten über Fortschritte bei der Deeskalation nach, kehrten den Trend jedoch später wieder um.
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Zur AktienanalyseWashington riet Schiffen, iranische Gewässer bei der Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus zu meiden. Obwohl beide Seiten von gewissen Fortschritten bei den am Wochenende geführten Gesprächen sprachen, scheint es noch keine abschließende Einigung über die nuklearen Aktivitäten des Irans zu geben. Dies versetzt die Märkte weiterhin in Sorge vor einer potenziellen Beeinträchtigung der Lieferungen aus dem Nahen Osten.
China bleibt wichtigster Wachstumstreiber
China, der weltweit größte Ölimporteur, wird nach Einschätzung der IEA weiterhin den größten Beitrag zum Nachfragewachstum leisten. Allerdings wird das Wachstum deutlich unter dem durchschnittlichen Niveau des letzten Jahrzehnts liegen. Die OPEC und ihre Verbündeten haben sich kürzlich darauf geeinigt, die aktuellen Produktionsquoten bis März beizubehalten.


