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IEA senkt Ölprognose 2026 wegen Nahost-Eskalation deutlich

Erneute Feindseligkeiten im Nahen Osten treiben den Ölmarkt tiefer ins Defizit – die IEA revidiert ihre Angebotsprognose erneut nach unten.

IEA senkt Ölprognose 2026 wegen Nahost-Eskalation deutlich

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das weltweite Ölangebot im Jahr 2026 erneut nach unten korrigiert. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht wird das globale Angebot in diesem Jahr voraussichtlich um 4,3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) sinken – das entspricht einem Rückgang von rund 4 Prozent. Damit fällt die Schätzung deutlich pessimistischer aus als noch im Juli-Bericht, der einen Rückgang von 3,7 Millionen bpd prognostiziert hatte.

Das Gesamtangebot liegt damit bei 102,02 Millionen bpd – die bisher niedrigste Prognose der Agentur für dieses Jahr. Als Hauptgrund nennt die IEA die seit Juli erneut aufgeflammten Feindseligkeiten im Nahen Osten, die den Markt tiefer in ein Angebotsdefizit treiben.

Hormus und Bab el-Mandeb: Schlüsselrouten weiterhin blockiert

Die IEA macht in ihrem Bericht deutlich, dass die Sperrung zentraler Schifffahrtsrouten die Lage erheblich verschärft. „Da ein Abkommen, das die Wiedereröffnung von Hormus und den ungehinderten Transit durch die Meerenge von Bab el-Mandeb ermöglicht, weiterhin nicht in Sicht ist, haben wir die Angebotsschätzungen für den Rest des Jahres erneut gesenkt", erklärte die Agentur. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Ölrouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren sie täglich.

Auch die Nachfrageseite bleibt nicht unberührt. Die IEA hob ihre Prognose für den Rückgang der weltweiten Ölnachfrage in diesem Jahr auf 1,6 Millionen bpd an – ein Anstieg von 510.000 bpd gegenüber der Schätzung des Vormonats. Ursache sind die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus sowie hohe Kraftstoffpreise, die den Verbrauch belasten.

Dennoch zeichnet sich eine gewisse Erholung ab: Das Tempo des Nachfragerückgangs soll sich von 4,9 Millionen bpd im zweiten Quartal auf 2,8 Millionen bpd im dritten Quartal verlangsamen. Im Schlussquartal wird sogar wieder ein Nachfragewachstum erwartet. Für das Jahr 2027 rechnet die IEA mit einem Anstieg der weltweiten Nachfrage um 2,4 Millionen bpd.

Angebot im Juli leicht erholt – aber weit unter Vorjahresniveau

Das globale Ölangebot stieg im Juli um 2,4 Millionen bpd auf 101,5 Millionen bpd. Dennoch lag es damit noch immer 6,3 Millionen bpd unter dem Vorjahresniveau. Besonders gravierend: 8,3 Millionen bpd der Produktion am Persischen Golf waren weiterhin offline. Erneute Feindseligkeiten und Störungen des Seeverkehrs im Juli und Anfang August unterbrachen die zaghafte Erholung – die IEA senkte daraufhin ihre Angebotsprognose für das dritte Quartal gegenüber dem Vormonatsbericht um weitere 1,7 Millionen bpd.

Auch die Raffinerien spüren die Folgen der Krise. Der Rohöldurchsatz stieg im Juli zwar auf 80,9 Millionen bpd, blieb jedoch fast 5 Millionen bpd unter dem Niveau des Vorjahres. Anhaltende Störungen bei den Exporten von Erdölprodukten aus dem Nahen Osten sowie Angriffe auf russische Raffinerien veranlassten die IEA, ihre Schätzung für den Raffineriebetrieb im dritten Quartal um weitere 370.000 bpd zu senken. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Agentur nun einen durchschnittlichen Rückgang des weltweiten Raffineriebetrieb um 2,5 Millionen bpd – bevor 2027 wieder ein Anstieg um 3,5 Millionen bpd erwartet wird.

Ölpreise steigen – Brent auf Kurs zum sechsten Gewinntag

An den Märkten reagierten die Ölpreise am Mittwoch mit moderaten Gewinnen. Angriffe auf zwei Schiffe verstärkten die Sorgen über weitere Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten. Brent-Rohöl-Futures stiegen bis 09:06 Uhr GMT um 0,2 Prozent auf 89,08 US-Dollar pro Barrel und steuerten damit auf den sechsten Gewinntag in Folge zu. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 83,43 US-Dollar – ebenfalls der fünfte Anstiegstag in Folge. Beide Kontrakte hatten zuvor zeitweise um mehr als einen US-Dollar zugelegt.

Begrenzend wirkten steigende US-Rohölvorräte, die aus aktuellen Branchendaten hervorgingen und die Kursgewinne dämpften. Verknappungen bei leichten und mittleren Destillaten trieben unterdessen die Raffineriemargen im Atlantikbecken auf Rekordhöhen – ein weiteres Zeichen für die angespannte Versorgungslage auf den globalen Energiemärkten.

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