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IEA warnt vor Energieversorgungsrisiken durch Iran-Konflikt-Eskalation

Die Internationale Energieagentur schlägt Alarm: Erneute Angriffe im Nahen Osten bedrohen die globale Ölversorgung massiv.

IEA warnt vor Energieversorgungsrisiken durch Iran-Konflikt-Eskalation

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in einer seltenen Stellungnahme vor wachsenden Risiken für die globale Energieversorgung gewarnt. Auslöser ist die erneute Eskalation des Krieges im Nahen Osten, die die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – erneut nahezu blockiert. Durch diese schmale Wasserstraße an der Mündung des Golfs wird üblicherweise ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert.

IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol mahnte am Dienstag eindringlich: „Die Eskalation der Feindseligkeiten in der Straße von Hormus und die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Region verstärken die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit über die Marktaussichten." Birol betonte zudem, dass es „keinen Raum für Selbstzufriedenheit bei der Ölsicherheit" gebe – angesichts der militärischen Eskalation und sinkender kommerzieller Lagerbestände.

Die IEA beobachte die Lage „genau", profitiere der Rohölmarkt zwar von einigen Pufferfaktoren – darunter die Fortsetzung der Freigabe von Notfall-Ölreserven durch Mitgliedsregierungen. Die Erklärung heizt Spekulationen an, dass die Agentur weitere Optionen prüft, sollte die Meerenge nicht rasch wieder geöffnet werden.

Historisch größte Versorgungsunterbrechung

Die IEA hatte die Sperrung der Straße von Hormus bereits zu einem früheren Zeitpunkt des Krieges als die größte Versorgungsunterbrechung der Geschichte bezeichnet. Im März half sie dabei, die bislang größte koordinierte Freigabe staatlicher Notfall-Ölreserven zu organisieren – ein Paket von 400 Millionen Barrel. Bisher wurden davon rund 290 Millionen Barrel entnommen. Birol betonte jedoch, dass die IEA-Mitglieder weiterhin über „mehr als 1 Milliarde Barrel staatlich kontrollierter Bestände" als Reserve verfügen.

Die Ölpreise hatten nach einem vorläufigen Waffenstillstand Mitte Juni deutlich nachgegeben: Die Sorte Brent fiel auf rund 70 US-Dollar pro Barrel – nach einem Kriegshöchststand von über 126 US-Dollar. Inzwischen haben sich die Preise jedoch wieder auf etwa 90 US-Dollar pro Barrel erholt, da der Iran in den letzten Tagen mehrere Tanker angegriffen hat und der Verkehr in der Meerenge erneut fast zum Erliegen gekommen ist.

Huthi-Rebellen verschärfen die Lage

Die Situation wird durch eine weitere Front verschärft: Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben ein „Seeembargo" gegen saudi-arabische Häfen angekündigt. Dies bedroht eine wichtige Ausweichroute für Rohölexporte Saudi-Arabiens. Laut dem Energiedatendienst Kpler exportierte Saudi Aramco während des Iran-Krieges fast 5 Millionen Barrel pro Tag über den Hafen Yanbu am Roten Meer – vor dem Krieg waren es noch rund 7 Millionen Barrel täglich.

Birol warnte explizit vor den Folgen für die Bab-al-Mandab-Meerenge an der Mündung des Roten Meeres: „Drohungen gegen die Bab-al-Mandab-Meerenge, die als Route zur Umgehung der Straße von Hormus immer wichtiger geworden ist, verschärfen diese Sorgen weiter." Die USA hatten vor zwei Wochen ihre Luftangriffe gegen den Iran wieder aufgenommen, was zu einer weiteren Eskalation gegenseitiger Angriffe um die Kontrolle über die Wasserstraße geführt hat.

Rekordhoch beim Dieselpreis – Europa unter Druck

Besonders angespannt ist die Lage auf den Märkten für Kraftstoffe und Erdgas. Birol hob hervor, dass die Märkte für Benzin und Diesel deutlich angespannter seien als der Rohölmarkt selbst. Der Preisaufschlag für Diesel gegenüber Rohöl aus Raffinerien in Nordwesteuropa erreichte in den letzten Tagen ein Rekordhoch von mehr als 80 US-Dollar pro Barrel – Diesel wird damit für rund 170 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Auch die europäische Erdgasversorgung gerät zunehmend unter Druck. Europa hat laut IEA Schwierigkeiten, seine Erdgasspeicher vor dem Winter wieder aufzufüllen, da die Lieferungen aus dem Nahen Osten sinken. Die IEA machte deutlich, dass nur eine „bedingungslose" Wiedereröffnung der Passage aus dem Golf „eine weitere Verschlechterung der globalen Energiesicherheit" verhindern könne.

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