ifo-Studie: KI könnte Akademiker durch geringer Qualifizierte ersetzen
Knapp 20 Prozent der KI-nutzenden Firmen halten den Ersatz von Hochschulabsolventen durch KI-gestützte Arbeitskräfte für realistisch.

Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Arbeitskräfte grundlegend – das zeigt eine neue Studie des Münchener ifo-Instituts. Demnach halten knapp 20 Prozent der Unternehmen, die bereits KI einsetzen, es für leicht oder sehr leicht, Mitarbeiter mit Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte Arbeitskräfte zu ersetzen, sofern diese von einer KI unterstützt werden. Rund 15 Prozent der befragten Firmen sehen dieses Potenzial auch beim Ersatz erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Mehrheit der Unternehmen bleibt jedoch skeptisch. Mehr als die Hälfte der Befragten hält es für schwer oder gar unmöglich, Hochschulabsolventen durch KI-gestützte Kräfte zu ersetzen. Beim Ersatz erfahrener Mitarbeiter ist dieser Anteil noch höher: Fast zwei Drittel der Unternehmen können sich dieses Szenario nicht vorstellen.
Handel vorne, Bau skeptisch
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen. Im Handel sehen besonders viele Unternehmen Potenzial: 28,6 Prozent der dort bereits KI-nutzenden Firmen glauben, Fach- und Hochschulabschlüsse könnten durch KI-gestützte Arbeitskräfte ersetzt werden. Dienstleister kommen auf einen Wert von 19,7 Prozent, das Verarbeitende Gewerbe auf 14,6 Prozent.
Das Baugewerbe zeigt sich hingegen am zurückhaltendsten. Nur jedes zehnte Bauunternehmen hält es für möglich, Hochschulabsolventen auf diesem Weg zu ersetzen. Die körperliche und handwerkliche Natur vieler Tätigkeiten in der Branche dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Insgesamt setzen laut der ifo-Umfrage bereits 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen ein. Die Studienergebnisse decken sich mit den Einschätzungen weiterer Experten und Untersuchungen: KI wird den Menschen am Arbeitsplatz in den meisten Fällen nicht vollständig ersetzen, aber die Art zu arbeiten nachhaltig und tiefgreifend verändern.
Folgen am Arbeitsmarkt bereits spürbar
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Zur AktienanalyseDie Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind schon heute messbar. Besonders junge Menschen berichten von einem spürbaren Rückgang an Einstiegsjobs. Weltweit haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Großunternehmen den Abbau von Stellen mit dem verstärkten KI-Einsatz begründet.
So plant die britische Großbank Standard Chartered den Abbau von rund 7.000 Stellen. Auch der Social-Media-Konzern Meta sowie der E-Commerce-Riese Amazon bauen in erheblichem Umfang Personal ab. Für Anleger, die in Technologie- und KI-Aktien investiert sind, verdeutlichen diese Entwicklungen den strukturellen Wandel, den die Branche vorantreibt – mit weitreichenden Folgen für Unternehmen, Beschäftigte und ganze Volkswirtschaften.


