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Iluka Resources erhält 1,65 Mrd. Dollar für Seltenerd-Raffinerie

Australische Regierung finanziert Bau der Eneabba-Raffinerie – Iluka sichert zudem Liefervertrag mit globalem Automobilkonzern.

Iluka Resources erhält 1,65 Mrd. Dollar für Seltenerd-Raffinerie

Iluka Resources hat ein regressloses Darlehen der australischen Regierung in Höhe von A$1,65 Milliarden (rund 1,15 Milliarden US-Dollar) für den Bau seiner Eneabba-Seltenerdraffinerie in Westaustralien erhalten. Die Finanzierung wurde über Export Finance Australia, die staatliche Exportkreditagentur des Landes, bestätigt. Damit erhält eines der bedeutendsten Seltenerdprojekte außerhalb Chinas einen entscheidenden Schub.

Die Raffinerie Eneabba soll nach Unternehmensangaben Australiens erste vollständig integrierte Anlage zur Verarbeitung Seltener Erden werden. Derzeit ist das Projekt bereits zu über 50 Prozent fertiggestellt. Iluka erwartet, dass die erste Tranche des Darlehens in Höhe von A$1,25 Milliarden bis Ende 2026 vollständig abgerufen sein wird – zu diesem Zeitpunkt soll Eneabba zu rund 75 Prozent fertiggestellt sein.

Strategische Bedeutung für den Westen

Die Finanzierung steht im Kontext der wachsenden Bemühungen westlicher Länder, ihre Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden zu reduzieren. China ist der weltweit größte Produzent dieser Rohstoffe, die für die Herstellung von Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und zahlreichen anderen Hochtechnologieprodukten unverzichtbar sind. Für Deutschland und Europa, die sich mitten im Wandel zur Elektromobilität befinden, ist eine Diversifizierung der Lieferketten von strategischer Relevanz.

Das australische Bergbauunternehmen vergab zudem den Bauauftrag für die Raffinerie an Civmec. Das Unternehmen übernimmt Bau-, Mechanik-, Rohrleitungs-, Elektro- und Instrumentierungsarbeiten an der Anlage.

Liefervertrag mit Automobilkonzern gesichert

Unabhängig von der Finanzierungsmeldung gab Iluka bekannt, eine verbindliche Liefervereinbarung für magnetische Seltenerdoxide mit einem namentlich nicht genannten globalen Automobilkonzern abgeschlossen zu haben. Der Vertrag hat eine anfängliche Laufzeit von vier Jahren und entspricht etwa 10 Prozent der geplanten Gesamtproduktion von Iluka in diesem Zeitraum.

Über die Vertragslaufzeit erwartet Iluka einen Umsatz von mindestens 155 Millionen US-Dollar und bis zu 172 Millionen US-Dollar, basierend auf aktuellen Branchenpreisprognosen. Der Abschluss eines solchen Abnahmevertrags mit einem Automobilhersteller unterstreicht die wachsende Nachfrage nach westlichen Alternativen zu chinesischen Seltenerdlieferanten.

Magnetische Seltenerdoxide – darunter vor allem Neodym und Praseodym – sind zentrale Bestandteile von Permanentmagneten, die in Elektromotoren und damit in nahezu allen Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Die Sicherung solcher Lieferketten gilt als strategische Priorität für Automobilhersteller weltweit, die ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferregionen verringern wollen.

Mit dem gesicherten Staatskredit, dem laufenden Bau und dem ersten Abnahmevertrag positioniert sich Iluka Resources als einer der wenigen westlichen Akteure, die in der Lage sind, eine vollständige Wertschöpfungskette für Seltene Erden außerhalb Chinas aufzubauen.

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