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Immobilienpreise in Deutschland im freien Fall

Experten prognostizieren weiteren Rückgang für 2024 - Ursachen und Auswirkungen auf den Markt

Immobilienpreise in Deutschland im freien Fall

Die Preise für Wohnungen und Häuser in Deutschland erleben derzeit einen rapiden Absturz, wie es in den letzten zwei Jahrzehnten nicht mehr der Fall war. Diese Tendenz ist nicht auf Metropolen beschränkt, sondern erstreckt sich über das gesamte Land. Auch für das Jahr 2024 prognostizieren Experten einen weiteren Preisrückgang. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Wohnimmobilien zwischen Juli und September um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, was den stärksten Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000 darstellt. Bereits im zweiten Quartal war ein Minus von 9,6 Prozent verzeichnet worden, während zu Jahresbeginn ein Rückgang von 6,8 Prozent zu verzeichnen war.

Besonders in den Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf haben die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 12,7 Prozent nachgegeben. Auch Wohnungen sind im Schnitt um 9,1 Prozent günstiger als im Vorjahr zu haben. "Bis 2022 gab es eine spekulative Preisblase in Deutschland, eine der größten in den letzten 50 Jahren", erklärt Konstantin Kholodilin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Seitdem fallen die Preise. Die Blase ist geplatzt."

Die Prognosen für das Jahr 2024 sind ebenfalls wenig ermutigend. Die DZ Bank erwartet, dass die Preise für Wohnimmobilien weiter sinken werden, wenn auch voraussichtlich langsamer als in den Vorjahren. In einer aktuellen Studie der Bank heißt es, dass man im kommenden Jahr zwar mit einem Auslaufen der Preiskorrektur rechne, jedoch immer noch mit Rückgängen von 0,5 Prozent bis 2,5 Prozent im Jahresdurchschnitt. Immobilien in schlechter Lage oder mit hohem Energieverbrauch könnten noch stärker von dieser Entwicklung betroffen sein, so der DZ-Bank-Experte Thorsten Lange.

Auch die politische Unsicherheit trägt ihren Teil zum Preisverfall bei. Die Unsicherheit hinsichtlich der Förderung von Sanierungsmaßnahmen und dem Neubau belaste die Nachfrage nach Immobilien und behindere die Erholung des Marktes, so die Studie der DZ Bank.

Die Baukrise in Deutschland spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung eines stärkeren Preisverfalls. Das von der Bundesregierung gesetzte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen jährlich wird auch in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht erreicht. Aufgrund des steilen Anstiegs der Bau- und Finanzierungskosten könnte die jährliche Fertigstellung bis 2025 sogar auf 200.000 Wohnungen zurückgehen. Eine etwas optimistischere Prognose kommt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das die Fertigstellung von 269.000 neuen Wohnungen in diesem Jahr erwartet und 265.000 im nächsten Jahr prognostiziert. Trotzdem bleibt das Ziel der Bundesregierung, 100.000 Wohnungen mehr zu bauen, unerreichbar.

Hauptursache für den Preisverfall auf dem Immobilienmarkt sind die stark gestiegenen Zinsen, die die Kreditaufnahme erheblich verteuert haben. Viele Menschen können sich nun die Finanzierung von Eigenheimen nicht mehr leisten, was zu einem starken Rückgang im Neugeschäft der Banken mit Immobilienkrediten geführt hat. Die sinkende Inflation könnte jedoch dazu führen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr eine geldpolitische Kehrtwende einleitet und die Zinsen senkt. Dies könnte die Immobilienpreise wieder steigen lassen, so die Einschätzung der DZ Bank. Aktuell liegen die Bauzinsen wieder unter vier Prozent, nachdem sie im Oktober kurzzeitig auf fast 4,5 Prozent gestiegen waren.

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