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Indien lockert Beschaffungsregeln für chinesische Ausrüstung bei Staatsunternehmen

Nach dem Grenzzwischenfall 2020 öffnet Neu-Delhi schrittweise die Beschaffungswege für kritische Industrieausrüstung aus China.

Indien lockert Beschaffungsregeln für chinesische Ausrüstung bei Staatsunternehmen

Indien erlaubt seinen staatlichen Energie- und Industrieunternehmen wieder den Bezug kritischer Ausrüstung aus China. Eine neue Regierungsanordnung, die Reuters vorliegt, befreit chinesische Bieter bei staatlichen Aufträgen von der bislang verpflichtenden Registrierung bei einem Regierungsausschuss, der politische und sicherheitstechnische Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellt. Die Lockerung betrifft gezielt Bereiche, in denen Lieferengpässe und Projektverzögerungen zuletzt deutlich zugenommen hatten.

Konkret darf Indiens größter staatlicher Kraftwerksausrüster Bharat Heavy Electricals künftig 21 Kategorien kritischer Ausrüstung aus China beziehen. Auch der Steel Authority of India wurde eine vergleichbare Genehmigung für bestimmte Schlüsselkomponenten erteilt. Weitere staatliche Unternehmen erhalten demnach Zugang zu chinesischen Kohlevergasungsanlagen, wie eine Regierungsquelle bestätigte.

Hintergrund: Vom Grenzzwischenfall zur wirtschaftlichen Annäherung

Die Beschränkungen gehen auf den Juni 2020 zurück, als es im Himalaya-Grenzgebiet zu tödlichen Zusammenstößen zwischen indischen und chinesischen Soldaten kam. Neu-Delhi reagierte damals mit strengen Auflagen für chinesische Beschaffungen und Investitionen. Die geopolitische Lage hat sich seither jedoch verschoben.

Einen wichtigen Impuls für die Annäherung setzte US-Präsident Donald Trump mit seinen umfangreichen Zöllen, die eine globale Neuausrichtung der Handelsströme ausgelöst haben. Indien sieht sich dadurch veranlasst, seine Wirtschaftsbeziehungen zu China neu zu kalibrieren, um Lieferketten zu stabilisieren und ausländische Investitionen anzuziehen. Anfang dieses Monats lockerte Neu-Delhi zudem die Beschränkungen für chinesische Direktinvestitionen in ausgewählten Sektoren – ein Schritt, den Beobachter als bedeutende wirtschaftspolitische Kehrtwende werten.

Auf diplomatischer Ebene hatte Premierminister Narendra Modi im vergangenen August erstmals seit sieben Jahren China besucht und sich mit Präsident Xi Jinping getroffen. Im Anschluss nahmen beide Länder Direktflüge wieder auf, und Indien vereinfachte die Visaverfahren für chinesische Geschäftsleute. Die wirtschaftliche Annäherung folgt damit einem schrittweise aufgetauten diplomatischen Verhältnis.

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