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Indien plant Sparmaßnahmen – Defizitziel 2027 vorerst nicht gefährdet

Trotz steigender Ölpreise durch den Iran-Krieg sehen indische Regierungsvertreter das Haushaltsdefizitziel von 4,3 % des BIP nicht unmittelbar in Gefahr.

Indien plant Sparmaßnahmen – Defizitziel 2027 vorerst nicht gefährdet

Indien erwägt Sparmaßnahmen, um seinen Haushalt unter Kontrolle zu halten – doch das Defizitziel für das Geschäftsjahr 2026/27 steht laut Insidern nicht sofort auf dem Spiel. Regierungsvertreter prüfen Ausgabenbeschränkungen in Ministerien, die ihre zugewiesenen Mittel ohnehin nicht vollständig ausschöpfen. Gleichzeitig sollen Investitionen in Infrastruktur wie Straßen, Schienen und Flughäfen unangetastet bleiben.

Indien hatte im Februar bekannt gegeben, für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 ein Haushaltsdefizit von 4,3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzustreben – nach 4,4 % im Vorjahr. Doch der Iran-Krieg hat die Ölpreise deutlich in die Höhe getrieben und belastet die Staatsfinanzen erheblich. Die Regierung hat bereits die Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe gesenkt, um Verbraucher vor den gestiegenen Energiekosten zu schützen.

Ökonomen warnen vor Zielabweichung

Ökonomen zeigen sich skeptisch, ob Indien seine Haushaltsziele einhalten kann. Die Bank Standard Chartered rechnet mit einer Abweichung von 0,7 bis 0,9 Prozentpunkten des BIP. Einer der befragten Regierungsvertreter betonte jedoch, dass eine sofortige Revision der Budgetprognosen nicht geplant sei. „Damit Indien seine Budgetprognosen überarbeitet, müsste die aktuelle Situation mindestens zwei bis drei Monate andauern", zitiert Reuters eine der Quellen.

Zusätzlichen Druck auf den Haushalt erzeugen steigende Subventionskosten. Die Regierung rechnet mit höheren Ausgaben für Düngemittel- und Erdölsubventionen, die für 2026/27 mit 1,83 Billionen Rupien (rund 19,69 Milliarden US-Dollar) veranschlagt sind. Hinzu kommen Einnahmeverluste durch die Senkung der Verbrauchssteuern auf Kraftstoffprodukte.

Politischer Druck durch Landtagswahlen

Eine vollständige Weitergabe der höheren Rohölpreise an die Verbraucher gilt als politisch kaum durchsetzbar. In vier großen indischen Bundesstaaten finden zwischen dem 9. und 29. April Wahlen statt – drei davon werden von Oppositionsparteien regiert. Starke Erhöhungen der Zapfsäulenpreise in diesem Umfeld wären politisch riskant und gelten daher als unwahrscheinlich.

Ein Teil der zusätzlichen Ausgaben soll durch eine bessere Zielgenauigkeit bei Subventionen sowie durch Einsparungen in einzelnen Ministerien aufgefangen werden. Die zweite Quelle betonte dabei ausdrücklich, dass Investitionsausgaben „die oberste Priorität der Regierung bleiben". Laut dem Jahreshaushalt sollen die Investitionsausgaben des Bundes im laufenden Geschäftsjahr auf 12,22 Billionen Rupien (rund 131,45 Milliarden US-Dollar) steigen – das entspricht etwa 4,4 % des BIP. Im Vorjahr lagen die revidierten Ausgaben bei 10,96 Billionen Rupien (rund 117,90 Milliarden US-Dollar).

Das indische Finanzministerium reagierte auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht. Angaben zum genauen Umfang möglicher Sparmaßnahmen machten die Insider nicht. Für internationale Anleger bleibt die Haushaltslage Indiens ein wichtiger Beobachtungspunkt – insbesondere angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der Volatilität an den Rohstoffmärkten.

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