Indische Rupie auf Rekordtief – Fed-Entscheidung im Fokus
Die indische Rupie verzeichnete vergangene Woche den stärksten Rückgang seit einem halben Jahr und fiel auf ein historisches Tief. Kapitalabflüsse und Spekulationen setzen die Währung unter Druck, während Anleger auf die Fed-Sitzung warten.

Die indische Rupie hat vergangene Woche massiv an Wert verloren und ein Allzeittief von 91,9650 pro US-Dollar markiert. Mit einem Minus von rund 1,2 Prozent verzeichnete die Währung den stärksten Wochenverlust seit sechs Monaten. Beschleunigte Kapitalabflüsse aus dem Aktienmarkt und verstärkte Absicherungsgeschäfte von Importeuren setzten die Rupie unter erheblichen Druck.
Spekulativer Druck verstärkt Abwärtstrend
Der Durchbruch der psychologisch wichtigen Marke von 91 Rupien pro Dollar löste zusätzliches spekulatives Interesse aus und verstärkte die Nachfrage nach US-Dollar. "Da dieser Druck kurzfristig kaum nachlassen dürfte, sollte die Abwärtstendenz der Rupie diese Woche fest bestehen bleiben", erklärte Kunal Kurani, Vizepräsident bei Mecklai Financial. Händler erwarten, dass die Erwartung weiterer Abwertungen die Importeure weiterhin zur Absicherung treibt.
Fed-Entscheidung als Schlüsselereignis
An den Märkten richtet sich der Fokus nun auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Obwohl keine Zinsänderung erwartet wird, werden Händler die Erklärung und die Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell genau auf Signale zu künftigen Zinssenkungen analysieren. Jede Andeutung über den Zeitpunkt möglicher Lockerungen könnte erhebliche Auswirkungen auf Schwellenländerwährungen wie die Rupie haben.
Indischer Haushalt am Sonntag
Ein weiteres wichtiges Ereignis steht mit der Vorlage des indischen Jahreshaushalts am Sonntag bevor. Händler erwarten allerdings nur begrenzte vorbeugende Positionierungen in der Währung. Eine Reuters-Umfrage prognostiziert die Bruttoverschuldung für das kommende Geschäftsjahr auf einen Rekordwert von 16,27 Billionen Rupien, während Nomura sogar 17,5 Billionen Rupien erwartet.
Handelsabkommen mit EU als positiver Impuls
Einen positiven Kontrapunkt setzt der Abschluss der Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen Indien und der Europäischen Union. Beide Seiten bezeichneten die Vereinbarung als historisch, insbesondere vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA. Das Abkommen könnte mittelfristig die wirtschaftlichen Aussichten Indiens verbessern.
Anleihenmarkt profitiert von RBI-Maßnahmen
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Zur AktienanalyseAm Anleihenmarkt schloss die zehnjährige Referenzanleihe mit 6,48 Prozent Kupon am Freitag bei einer Rendite von 6,6635 Prozent und verzeichnete damit einen leichten Rückgang. Händler erwarten für diese Woche eine Handelsspanne zwischen 6,61 und 6,70 Prozent. Die Reserve Bank of India (RBI) kündigte einen Liquiditätszuführungsplan an, bei dem Anleihen im Wert von einer Billion Rupien gekauft und im Februar ein Swap über zehn Milliarden Dollar durchgeführt werden sollen.
Fokus auf Finanzierungsmuster
Vikas Garg, Leiter des Bereichs Fixed Income bei Invesco Mutual Fund, erwartet eine Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung: "Wir erwarten, dass das Haushaltsdefizit für das Geschäftsjahr 2027 auf 4,25 bis 4,30 Prozent festgesetzt wird." Der Markt wird besonders auf das Finanzierungsmuster achten, wobei ein erhöhter Anteil an kleinen Sparprogrammen und Treasury-Bill-Emissionen erwartet wird. Zusätzlicher Druck könnte entstehen, da die Bundesstaaten voraussichtlich fast 400 Milliarden Rupien über Anleiheverkäufe aufnehmen werden.


