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Indonesien kämpft gegen Exportstopps bei Tonerde und Nickel

Fehlende Vorschriften zu Seltenen Erden als Beiprodukt blockieren Lieferungen von Tonerde, Nickeleisen und Batteriematerialien.

Indonesien kämpft gegen Exportstopps bei Tonerde und Nickel

Das Präsidialamt Indonesiens hat eine dringende Koordinierungssitzung einberufen, um Exportverzögerungen bei wichtigen Mineralien zu beheben. Betroffen sind Lieferungen von Tonerde, Nickeleisen und gemischtem Hydroxid-Präzipitat (MHP). Ursache ist eine Regulierungslücke beim zulässigen Gehalt an Seltenen Erden in Exportlieferungen anderer Mineralien.

„Ich habe Berichte von mehreren Unternehmen über Störungen bei Mineralienexporten erhalten", sagte Dudung Abdurachman, Stabschef des indonesischen Präsidenten, am Montag nach einer Koordinierungssitzung. An dem Treffen nahmen Vertreter der wichtigsten Wirtschaftsministerien, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft, des Staatsfonds Danantara sowie staatlicher Bergbauunternehmen und Industrieverbände teil.

Indonesien ist zwar ein bedeutender Exporteur von Mineralien, produziert Seltene Erden jedoch nur in geringem Umfang als Beiprodukt. Das zentrale Problem: Bislang existieren keine klaren Vorschriften, die festlegen, welcher Anteil dieser Elemente in Lieferungen anderer Mineralien zulässig ist. Diese Lücke führt nun zu konkreten wirtschaftlichen Schäden für die Exportindustrie.

Tonerde, Nickeleisen und Batteriematerialien betroffen

Zwei Quellen aus der Aluminiumindustrie bestätigten, dass Exporte von Tonerde (Alumina) – dem wichtigsten Rohstoff für die Aluminiumverhüttung – von den Verzögerungen betroffen sind. „Die Regierung behauptet, unsere Tonerde enthalte Seltene Erden", sagte eine der Quellen und verwies auf unmittelbare Auswirkungen auf laufende Lieferungen.

Auch die Nickelindustrie ist betroffen. Zwei Branchenquellen berichteten, dass Lieferungen von Nickeleisen (Nickel Pig Iron), einem wichtigen Vorprodukt für die Edelstahlproduktion, sowie von gemischtem Hydroxid-Präzipitat (MHP) aufgehalten wurden. MHP wird für die Herstellung von Batteriematerialien für Elektrofahrzeuge benötigt – ein strategisch bedeutsamer Rohstoff im globalen Energiewandel. Angaben zur Menge des betroffenen Materials machten die Quellen nicht. Alle vier Informanten lehnten eine namentliche Nennung ab, da sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen.

Militär und Behörden sollen Exporte nicht behindern

Dudung Abdurachman betonte auf der Sitzung, dass Behörden – einschließlich des Militärs – Exporte nicht blockieren sollten, solange keine klaren Vorschriften für Beiprodukte aus Seltenen Erden vorliegen. Dies deutet darauf hin, dass auch Strafverfolgungsbehörden in die bisherigen Exportverzögerungen involviert waren.

Indonesische Vorschriften sehen grundsätzlich vor, dass Seltene Erden vorrangig für den inländischen Bedarf genutzt werden sollen. Präsident Prabowo Subianto hat zudem eine Spezialagentur eingerichtet, um die Entwicklung von Anwendungen für Seltene Erden im Land zu überwachen. Diese strategische Ausrichtung erklärt, warum die Behörden bei Exporten mit Seltene-Erden-Anteilen sensibel reagieren.

Wichtige Handelspartner unter Druck

Die Exportverzögerungen treffen wichtige Handelspartner direkt. Malaysia, Indien, Katar, Singapur und China waren laut Daten des Trade Data Monitor in den ersten fünf Monaten dieses Jahres die Hauptabnehmer für indonesische Tonerdeexporte. Besonders abhängig ist China: Das Land erhielt im gleichen Zeitraum fast 98 Prozent der indonesischen Ferronickel-Exporte – eine Zollkategorie, die auch Nickeleisen umfasst.

Für deutsche und europäische Investoren ist die Situation relevant, da Indonesien eine Schlüsselrolle in der globalen Lieferkette für Batteriematerialien und Edelstahlvorprodukte spielt. Eine anhaltende Regulierungsunsicherheit könnte die Versorgungssicherheit für diese strategisch wichtigen Rohstoffe beeinträchtigen. Die Koordinierungssitzung unter Leitung des Präsidialstabs signalisiert jedoch, dass Jakarta das Problem auf höchster Ebene angehen will.

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