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Industrie senkt Energieverbrauch deutlich

Produktionsflaute und Rückgänge in energieintensiven Branchen als Hauptursache

Industrie senkt Energieverbrauch deutlich

Die deutsche Industrie hat im vergangenen Jahr aufgrund einer anhaltenden Produktionsflaute erneut einen Rückgang im Energieverbrauch verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Energieverbrauch um 7,8 Prozent auf insgesamt 3282 Petajoule. Damit setzte sich der Trend des Vorjahres fort, als bereits ein deutlicher Einbruch von 9,1 Prozent verzeichnet wurde. Diese Entwicklung wird in direktem Zusammenhang mit einer reduzierten Produktionsleistung der deutschen Industrie gesehen. Besonders betroffen waren die energieintensiven Sektoren, die einen Produktionsrückgang von 11,2 Prozent verzeichneten.

Von den eingesetzten Energieträgern wurden 91 Prozent zur Energieerzeugung, also für Strom- und Wärmezwecke, verwendet. Die verbleibenden neun Prozent, vor allem Mineralölprodukte und Erdgas, dienten als Rohstoffe zur Herstellung chemischer Produkte wie Düngemittel und Kunststoffe. Dies zeigt die strukturelle Nutzung der Energieträger in der Industrie, wobei der größte Teil tatsächlich für die Erzeugung von Energie genutzt wird und nur ein kleinerer Anteil als Ausgangsstoffe dient.

Unter den Energieträgern blieb Erdgas mit einem Anteil von 28 Prozent trotz eines Rückgangs um 6,4 Prozent der am häufigsten genutzte Energieträger. Danach folgten Strom mit 21 Prozent, Mineralöle und Mineralölprodukte mit 16 Prozent sowie Kohle mit 15 Prozent. Diese Verteilung unterstreicht die Dominanz von Erdgas in der Energieversorgung der deutschen Industrie, auch wenn sein Anteil im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

Innerhalb der Industrie war die chemische Industrie der größte Energieverbraucher mit einem Anteil von 26,5 Prozent. Es folgten die Metallerzeugung und -bearbeitung mit einem Anteil von 23,9 Prozent sowie die Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 10,3 Prozent. Die chemische Industrie zeichnet sich dabei durch eine spezifische Nutzung aus: Fast ein Drittel der dort eingesetzten Energieträger, konkret 31,6 Prozent, wurden als Ausgangsstoffe für chemische Produkte verwendet und nicht zur Energiegewinnung genutzt.

Für das laufende Jahr rechnen einige Branchen mit einer leichten Erholung der Produktion. Die Chemieindustrie etwa erwartet ein moderates Wachstum von 3,5 Prozent, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilt. Dagegen blicken die deutschen Maschinenbauer mit Skepsis auf das kommende Jahr und erwarten einen weiteren Produktionsrückgang.

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