ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Industrie und Dienstleister: Unterschiede bei Zinserhöhungen

Warum die Industrie stärker betroffen ist und wie Geldpolitik verschiedene Sektoren beeinflusst

Industrie und Dienstleister: Unterschiede bei Zinserhöhungen

Die Auswirkungen von Zinserhöhungen auf die Wirtschaft sind ein zentrales Thema in einer aktuellen Untersuchung von Volkswirten der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Industriebetriebe stärker von kräftigen Zinserhöhungen betroffen sind als Dienstleister. Dieses Muster wurde in einem empirischen Modell bestätigt, das von EZB-Ökonomen entwickelt wurde. Die Ergebnisse dieser Analyse, die auf Daten von 1999 bis 2023 basiert, wurden kürzlich in einem Aufsatz veröffentlicht.

Die Studie hebt hervor, dass geldpolitische Schocks sich auf das verarbeitende Gewerbe fast doppelt so stark und etwa zwei Quartale schneller auswirken als auf den Dienstleistungssektor. Dies bedeutet, dass die Industrie empfindlicher auf Veränderungen in der Geldpolitik reagiert. Ein wichtiger Faktor, der diese Unterschiede erklärt, ist die Abhängigkeit der Industrie von ausländischer Nachfrage. Industriebetriebe sind oft auf internationale Märkte angewiesen, was sie anfälliger für eine striktere Geldpolitik macht.

Die EZB begann bereits im dritten Quartal 2022 mit einem Straffungskurs ihrer Geldpolitik, nachdem sie Ende 2021 erstmals signalisiert hatte, von ihrer ultralockeren Geldpolitik abzuweichen. Dies führte zu mehreren Zinserhöhungen bis September 2023, insgesamt um 4,5 Prozentpunkte. Der Einlagensatz für Geldhäuser bei der Notenbank liegt nun bei 4,00 Prozent. Die negativen Auswirkungen dieses Kurses wurden im ersten Halbjahr 2023 verstärkt spürbar, wobei die Industrie schneller und deutlicher betroffen war als die Dienstleister.

Die Volkswirte der EZB betonen, dass die Industrie aufgrund ihrer längeren Lieferketten und ihres höheren Betriebskapitals, das für die Produktion benötigt wird, typischerweise stärker und schneller auf wirtschaftliche Schocks reagiert. Dies schließt auch Veränderungen bei den Zinsen ein. Daher wird erwartet, dass sich die Auswirkungen der Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte 2023 weiter verstärken werden, da sie sich in der gesamten Wirtschaft entfalten. Dieser Bericht verdeutlicht die Herausforderungen und Unterschiede, denen sich verschiedene Wirtschaftssektoren bei geldpolitischen Entscheidungen gegenübersehen.

EZBZinsenAnalysenIndustrie

Disclaimer