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Infineon streicht 2.800 Stellen

Verlagerungen und Sparmaßnahmen wegen schwacher Nachfrage in der Technologiebranche

Infineon streicht 2.800 Stellen

Der deutsche Halbleiter-Hersteller Infineon plant im Rahmen eines Sparprogramms, 2.800 Stellen abzubauen oder zu verlagern. Diese Maßnahmen sind Teil eines bereits vor Monaten angekündigten Programms, das nun konkrete Zahlen genannt hat. Insgesamt sollen 1.400 Jobs gestrichen werden, darunter auch eine mittlere dreistellige Anzahl am Standort Regensburg. Zudem sollen weitere 1.400 Arbeitsplätze in billigere Standorte verlagert werden. Dies betrifft alle Hochlohnländer von Nordamerika bis Asien. Infineon-Chef Jochen Hanebeck betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland ausgeschlossen seien. Die Maßnahmen seien ein schwieriger Schritt, den sich das Management nicht leichtgemacht habe. Der Standort Regensburg bleibe ein zentraler Standort und werde stärker auf Innovation ausgerichtet, was ihn für viele Jahre sichern soll. Für den Standort Dresden sind weiterhin Aufbaupläne vorgesehen.

Die schwachen Aussichten für die Technologiebranche zwingen Infineon, seine Umsatzziele zum dritten Mal innerhalb weniger Monate anzupassen. Hanebeck erklärte, dass die Erholung in den Zielmärkten nur langsam voranschreite und die Bestände an vielen Stellen die Endnachfrage überlagerten. Aufgrund der anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Dynamik erwartet Infineon für das Geschäftsjahr 2023/2024 nur noch einen Umsatz von etwa 15 Milliarden Euro, statt der zuvor prognostizierten 15,1 Milliarden Euro plus/minus 400 Millionen Euro. Die Prognose für die Segmentergebnis-Marge bleibt unverändert bei 20 Prozent.

Im abgelaufenen Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um neun Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Dies lag unter den Erwartungen, da sich die Auslieferung einiger Aufträge in das aktuelle Quartal verschoben hat. Die Segmentergebnis-Marge verringerte sich auf 19,8 Prozent von zuvor 26,1 Prozent. Insgesamt erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 403 Millionen Euro, was weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns beträgt, jedoch weit von der Verlustzone entfernt ist. Ein Analyst von Goldman Sachs äußerte, dass die Zahlen von Infineon die Investoren ermutigen dürften, da nach den Ergebnissen von Konkurrenten wie STMicro die Befürchtung bestand, Infineon könnte die Prognose senken. Anlegerinnen und Anleger werden nun auf die Nachfragetrends nach dem September achten, wenn das neue Geschäftsjahr von Infineon beginnt. Trotz der schwachen Marktbedingungen konnte die Aktie von Infineon zuletzt im schwachen DAX-Index als bester Wert rund ein Prozent zulegen.

Die Bundesregierung plant, Intel bei der geplanten Chip-Fabrik in Magdeburg mit Milliarden zu unterstützen, was als umstritten gilt. Indes schließen bald 30 Studierende aus Deutschland ein Praktikum beim Halbleiterhersteller TSMC in Taiwan ab, wo sie Einblicke in die Branche gewinnen konnten.

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